Frost - Milliontown - Cover
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Frost Milliontown


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Jem Godfrey – einst verantwortlich für Hits wie Atomic Kitten’s „Whole Again“ oder „Kiss Kiss“ von Holly Valance arbeitete ebenso mit Popgrößen wie Blue oder Ronan Keating – wurde dem Pop-Genre wohl überdrüssig und schuf eine Prog-Rock-Supergroup, bestehend aus John Mitchell (Gitarre, Vocals) von der Band Kino, Andy Edwards (Drums) und John Jowitt (Bass) von IQ und John Boyes als Gastgitarrist. Dass diese Musiker ihr Handwerk verstehen, muss wohl nicht erwähnt werden. Godfrey selbst entlockt den Keyboards die Klänge und ist für die erste Gesangsstimme verantwortlich. Das ganze Projekt nennt sich Frost*, das Debüt Milliontown. Sechs Songs beinhaltet das Album, die Längen zwischen knapp vier, bis über 26 Minuten aufweisen.

Die Kompositionen wechseln zwischen sperrigen Strophen, hymnischen Refrains und waghalsigen Instrumentalparts, zwischen laut und leise. Erinnert stilistisch etwas an Bands wie Yes oder Marillion. „Hyperventilate“, der Opener beginnt mit einem dezenten Piano-Intro und schlägt alsbald in eine Sound-Welle um, die einen förmlich vom Stuhl reißt, um dann wieder in ruhigen Tönen zu verebben. Willkommen in der Welt von Frost*.

„No me no you“ und „Snowman“ sind zwar ganz nette Songs, doch sind sie im Vergleich zu den anderen Stücken vom Aufbau her sehr einfach gestrickt und können nicht hundertprozentig überzeugen – dazu ist „No me no you“ noch mit einer abgedroschenen Strophe versehen und gefällt am wenigsten. Auch wenn „Snowman“ als Ballade daherkommt, weiß es kein Feeling zu erzeugen und enttäuscht ebenfalls etwas. „The other me“ ist ebenfalls simpel strukturiert, doch kann der groovelastige Rocker hier gerade deswegen überzeugen, nach dem Motto: Weniger ist manchmal mehr. Dann kommen die Highlights „Black light machine“ und der Titeltrack „Milliontown“, die noch mal alle Register ziehen und alles aufwarten, was der Prog-Bereich zu bieten hat. Hier ist natürlich das epische Werk „Milliontown“ besonders hervorzuheben, welches am Ende in einem großartigen Instrumentalteil gipfelt. Stark!

Das Debütalbum von Frost* lässt technisch und größtenteils auch kompositorisch keine Wünsche offen, des Weiteren ist die Produktion von Godfrey sehr fett ausgefallen und verleiht den Titeln eine gehörige Portion an Druck. Wer also auf melodischen Prog-Rock steht, der erstaunlich modern klingt, sollte hier einmal reinhören. Klasse Scheibe!

Anspieltipps:

  • Hyperventilate
  • The Other Me
  • Milliontown
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