Wunder - Strom - Cover
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Wunder Strom


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bands wie Wir Sind Helden, Silbermond oder auch Juli haben gezeigt, dass deutsche Musik mit ehrlichen Texten und toughen Frontfrauen überzeugen kann. Wunder reihen sich mit in dieses bewährte Muster ein und lösen damit erst einmal Skepsis aus. Auf den Zug des Erfolgs möchte wohl jeder gern aufspringen. Jetzt liegt es an der Band selbst, zu beweisen, dass sie für sich steht und auch andere, neue Wege geht. Wenn Sängerin Katrin Schröder beginnt von ihren Alltagsgeschichten zu berichten, dann wirkt das inhaltlich zwar nicht revolutionär, aber die Art WIE sie singt ist auffällig. Ihre Stimme ist reif und mit Ecken und Kanten besetzt, was den Wiedererkennungswert eindeutig fördert.

„Schatten und Licht“ punktet mit einem eingängigen Refrain, auch wenn der holprige Text einen bitteren Beigeschmack hinterlässt. („Der Schatten braucht das Licht, genauso wie ich dich. Das wir zusammen gehören, kann niemand zerstören“) Konsequent spielt sich das Quartett durch die emotionalen Höhen und Tiefen, die das Leben mit sich bringt, doch auf – wenigstens einen – Ausnahmesong wartet man vergeblich. Es ist schwierig vorgegebene Pfade zu verlassen, Wunder wagen den Sprung an neue Ufer nicht. Obwohl es keinen einzigen Totalausfall auf „Strom“ gibt, plätschert das Album ohne merkliche Höhepunkte vor sich hin. Dabei glimmt immer wieder Hoffnung auf, was die Dramatik betrifft, wenn beispielsweise „Zeitloch“ beginnt, dann denkt man: „Ja, gleich kracht es los, das Schlagzeug kündigt das bereits an.“ Aber erneut schaffen die vier Nordlichter den Absprung nicht.

Grundsätzlich stehen Wunder die ruhigeren Songs besser zu Gesicht, „Herz“ macht das wohl am deutlichsten klar. Und diese Tatsache verwundert, war das Debütalbum „Was Hält Uns Wach“ doch weitaus Elektro-lastiger. Der Wandel wurde durch die vielen Konzerte beeinflusst, die Wunder seit 2004 spielten. Die meisten Stücke auf „Strom“, wurden während ihrer Touren geschrieben und wirken dadurch organischer. Anhänger der deutschen Popmusik machen mit dem Kauf von „Strom“ sicher nichts verkehrt, wer aber härtere Innovation von Wunders zweitem Album erwartet hat, der könnte dieses Mal enttäuscht sein.

Anspieltipps:

  • Schatten Und Licht
  • Zeitloch
  • Herz
  • Stadionlicht
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