Obie Trice - Second Round´s On Me - Cover
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Obie Trice Second Round´s On Me


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 70 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Obie Trice, real name, no gimmicks!“ – wer kennt sie nicht, die vier magischen Wörter. Auf Eminems Hit „Without me“ waren sie erstmals zu hören und machten Obie Trice über Nacht zum Star. Heute gilt er als „die“ Entdeckung bei Shady Records und wird hoch gelobt. Nach seinem Debütalbum „Cheers“, das noch den lustigen Comedy-Obie repräsentierte, kommt nun sein zweites Album „Second Round’s On Me“ auf den Markt. Eine Spur persönlicher, tiefsinniger und ernster. Obie Trice beweist mit darauf, dass er erwachsen geworden ist und viel zu sagen hat. Dabei kann Obie froh sein, dass er noch unter uns weilt. So wurde er doch im Dezember 2005 von einem vorbeifahrenden Fahrzeug angeschossen, als er mit seiner Freundin in Detroit unterwegs war. Die Kugel schlug durch die Rückscheibe in Obies Hinterkopf ein und konnte nicht entfernt werden. Angeblich soll eine Operation zu einem späteren Zeitpunkt vollzogen werden.

Als kleinen Scherz hat Obie nun ein Röntgenfoto seines Schädels in das Cover von „Second Round’s On Me“ mit eingearbeitet, wo man die Kugel in seinem Kopf sehen kann. Doch das ist nicht das einzige Spektakel auf „Second Round’s On Me“. Mit Akon, Nate Dogg, Brick & Lace, Trey Songz, Big Herk, Trick Trick, 50 Cent und natürlich Eminem hat Obie ein 17 Lieder starkes Album gezaubert, das mit Hitsingles nur so vollgestopft ist. Es beginnt mit „Wake up“, indem Obie 2½ Minuten lang seinen Rap zum Besten gibt und dem Hörer erst am Ende der Refrain vorgespielt wird. Ein gutes Warm-Up für den nächsten Knaller, denn mit „Wanna know“ zeigt uns Obie, dass nicht nur Jay-Z das Talent zum Bastard-Pop-Song hat. In dem Sample „It couldn’t be me“ vereint Obie Trice HipHop und Rock und präsentiert eine Gangsta-Hymne vom Feinsten. Weiter geht es mit „Lay down“, das einen simplen Beat und Refrain hat. Allerdings rappt Obie sehr schnell, in einer Art Twista-Manier, was seine Rap-Entwicklung deutlich in den Vordergrund stellt. Immerhin hat er ja auch in Mentor Eminem und Dr. Dre gute Lehrer gefunden. „Snitch“ featuring Akon hat alles, was man sich von einer Hitsingle wünscht. Super Beat, ohrwurmverdächtiger Refrain und knallharte, geniale Lyrics.

Diese intelligenten Lyrics findet man allerdings in fast jedem Song von „Second Round’s On Me“. Sei es in „Ballad of Obie Trice“, wo er von seinem Weg zu Eminems Tür erzählt, in „Ghetto“, indem er, wie der Name schon sagt, von der Hood spricht oder in „Everywhere I go“, wo Trice von seinem plötzlichen Ruhm rappt. Obies Raps sind stilvoller und härter geworden. Sein Rapstyle variiert in den Songs und passt genau zu dem Beat. Erwähnenswert sind auch die Songs „All of my life“, „24’s“ und „Obie Story“. In „All of my life“ wird Obie von Nate Dogg unterstützt und die beiden präsentieren neben „Jamaican girl“ das einzige Partylied auf dem Album. Auf „24’s“ findet man wohl den schnellsten Rap des Albums und „Obie story“ ist wahrscheinlich der beste Song des ganzen Werks. Es ist zwar ein typisches „Storyteller“-Lied, trifft allerdings mitten ins Herz und Obies Rap ist nachdenklich und überzeugend. Zu Beginn des Songs denkt man, dass seine Beziehung zu seiner Mutter in die Tiefe stürzt, doch am Ende wird alles gut und sogar der Beat wirkt fröhlicher, als zuvor.

„Second Round’s On Me“ zeigt eine deutliche Steigerung von Obie Trice und ist ein wenig an ein Old-School-Album angesetzt. Die Lieder sind überzeugend und sehr persönlich und erzählen Geschichten, die jedermann verstehen kann. Mit seinem neuen Album hat er bewiesen, dass er ein eigenständiger Künstler ist und er sein Debütalbum „Cheers“ deutlich toppen kann. Und wenn es demnächst heißt „Third Round’s On Me“ wird die Welt mit Sicherheit gespannt auf Obie Trice schauen, dem nächsten großartigen Rapper aus Detroit.

Anspieltipps:

  • Wake Up
  • Ballad Of Obie Trice
  • Out Of State
  • All Of My Life
  • Everywhere I Go
  • Obie Story
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