Tok Tok Tok - From Soul To Soul - Cover
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Tok Tok Tok From Soul To Soul


  • Label: ZYX/BHM
  • Laufzeit: 67 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tok Tok Tok – das sind die Deutsch-Nigerianerin Tokunbo Akinro und der Isländer Morten Klein – sind mit ihrem bereits siebten Longplayer (darunter eine Compilation ihrer ersten beiden Alben „50 Ways To Leave Your Lover“ und „Love Again“) unter BHM zurück. Gerade wurden sie für ihre Alben „About“ und „It Took So Long“ mit dem deutschen Jazz-Award, der für mehr als 10.000 verkaufte Exemplare steht, ausgezeichnet. Sie spielen ausgereiften, unaufdringlichen Soul-Jazz. Ihr Sound ist minimalistisch, auf das Wesentliche konzentriert.

Auf „From Soul To Soul“ steuert Akinro sämtliche Lyriks bei. Multiinstrumentalist Morten Klein ist verantwortlich für die Musik. Beide übernahmen die Produktion selbst. Aufgenommen wurde das Ganze wieder von Hrólfur Vagnsson, gemastert von Hans-Jörg Mauksch. Jens Gebel (E-Piano, Gitarre), Christian Flohr (Bass) und Matthias Meusel (Drums) komplettieren das Team.

Jedes der Stücke ist einem anderen Künstler vergangener Tage sowie der Neuzeit gewidmet, wie z.B. James Brown, Santana, Norah Jones oder Ray Charles. Dementsprechend erwartet man ein höchst abwechslungsreiches Album. Auf den ersten Blick ist das auch der Fall, jedoch fangen die mitunter überlangen Stücke schnell an zu langweilen. Tokunbo Akinro singt mit zarter, sinnlicher Stimme und Morten Klein spielt überwiegend ein gefühlvolles Saxophon, das ab und an der Gitarre weichen muss. Auch die anderen Musiker lassen sanfte Töne erklingen. Einzig das James Brown gewidmete „Toxido junction“ und „The only one“ (das beste Stück der Platte) für Stevie Wonder lassen etwas flottere Klänge zu. In „Don’t mess around with Philis Jones“ und „As one“ kommen Mortens „Mouth Drums“ (wie sie im Booklet vermerkt sind) zum Einsatz. Es mag ja für einen Song mal ganz experimentell klingen, ihn auf einer menschlichen Beatbox aufzubauen, zumal seine „Mouth Drums“ wirklich gelungen sind, doch ab dem zweiten Stück wirken sie eher befremdlich – besonders weil das Saxophon in diesen Songs nur spärlich zum Einsatz kommt, welches sonst den Songs ein wenig mehr Leben einhaucht. Erfreulich ist allerdings die Gitarreneinlage in „Don’t mess around with Philis Jones“.

Die anderen Songs bieten allesamt soliden, in sich stimmigen Soul-Jazz, der aber nicht sonderlich innovativ ist. Man wünscht sich die ganze Zeit über, dass plötzlich irgendetwas Unvorhersehbares passiert, wird aber leider enttäuscht, was dazu führt, dass die Scheibe nach einigen Durchläufen bereits im Schrank verschwindet.

Anspieltipps:

  • Toxido Junction
  • Oh Lord
  • The Only One
  • Flow Of Joy
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