Good Charlotte - Good Morning Revival - Cover
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Good Charlotte Good Morning Revival


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das hohe Niveau und der musikalische Abwechselungsreichtum beeindrucken nachhaltig.

Nach drei erfolgreichen Alben veröffentlichen die Pop-Punker von Good Charlotte nun ihr viertes Werk. 2000 wurde unter der Regie von Produzent Don Gilmore das Debüt „Good Charlotte“ eingespielt und auch bei diesem neuen Longplayer zeigt sich der Mann zusammen mit der Band verantwortlich für 12 Songs plus kurzes Intro. Die nun schon seit sieben andauernde Erfolgsgeschichte gipfelte in der zweiten CD „The Young and the Hopeless“, die allein in den USA Dreifachplatin abräumte, aber auch in Europa ist die Madden-Combo inzwischen sehr beliebt.

Das Erfolgsgeheimnis bisher waren sehr eingängige Pop-Punknummern gemischt mit ebensolchen Balladen, die meist Liebeskummer thematisierten. An den Texten scheiden sich die Kritikergeister, doch übertrumpft die unbeschwert rockende Musik, die entweder Gute-Laune verbreitet oder den gewissen Kummer ausdrückt, die Songs der Konkurrenz. Für dieses Album wurde wieder auf Abwechselungsreichtum gesetzt. Neben der ersten Singleauskoppelung „Keep Your Hands Off My Girl“, die eher GC-untypisch klingt, wurden natürlich auch Balladen („March on“) und die üblichen härteren Songs („Misery“) bunt gemischt. Nach dem kurzen Intro, da trällert Sänger Joel Madden ein wenig „Good Morning“, bleiben die beiden nächsten Tracks „Misery“ und „The River“ im üblichen „harte Punk-Drums gepaart mit purer Eingängigkeit“-Schema, das Good Charlotte so bekannt gemacht hat. Die Tracks wirken nur ein wenig düsterer als sonst.

Bei „The River“ wird Joel stimmlich von Gastsänger M. Shadows alias Mathew Sanders von der Metalband Avenged Sevenfold unterstützt und dieses Duett gibt dem Song viel: die helle Stimme von Herrn Madden und das eher reibeisenähnliche Organ des Frontmanns der erwähnten befreundeten Band klingen sehr kontrastreich und schaffen einen überdurchschnittlichen Track. Mit „Dancefloor Anthem“ beweisen Good Charlotte einmal mehr, dass sie vorzugsweise fröhlich klingende Songs basteln können, die flotten Tempowechsel und der eingängige Refrain heben das Stück locker über den Durchschnitt. „Keep Your Hands Off My Girl“ klingt dunkler und experimentiert mit Stimmverzerrer und hat eindeutig Sprechgesanganleihen, sprich HipHop-Elemente. Durch die etwas ungewohnten Beats, die schön hart aus den Boxen kommen, überschreiten Good Charlotte die Pop-Punkgrenze in Richtung Rock mit Rapstimme.

Eine weitere positive musikalische Überraschung stellt „Where would we be now“ dar, denn der sich sofort ins Ohr schleichende und bleibende Refrain erinnert so sehr an Bonos U2 oder einfach hymnischen BritPop! Den guten Abschluss des Longplayers bilden das sehr fröhliche „Broken Hearts Parade“, wo sogar Trompeten den chartkompatiblen Sound verzieren, und die Ballade „March on“, die endgültig belegt, dass recht einfach gestrickte Balladen trotzdem hörenswert und gut sein können.

Das Werk hat keine Ausfälle zu verzeichnen, einige schwächere Songs vielleicht, doch das hohe Niveau und der musikalische Abwechselungsreichtum beeindrucken nachhaltig. Sicher werden Good Charlotte nie den Literaturnobelpreis für ihre Texte bekommen und den echten Punk retten sie auch nicht gerade, aber wer Kompositionen mag, die leicht und locker das Ohr erreichen und trotzdem keinesfalls nach einer Woche vergessen sind, sollte das Teil erwerben und sich je nach Stimmung die etwas düsteren und harten oder eher die fröhlichen Tracks anhören.

Anspieltipps:

  • The River
  • March on
  • Beautiful Place
  • Broken Hearts Parade
  • Where would we be now
  • Keep the hands off my Girl
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