Tina Dico - In The Red - Cover
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Tina Dico In The Red


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Singer/Songwriterin Tina Dico ist in ihrer Heimat Dänemark bereits ein Star. Sie verbuchte in den vergangenen Jahren große Charterfolge und griff diverse Musikpreise ab. Sie gründete mit 23 Jahren ihr eigenes Label, ist als Auftragskomponistin aktiv und sang zwei Songs auf dem Album „When It Falls“ (2004) des Elektro-Duos Zero 7. Nach den EPs „Notes“ (2003) und „Far“ (2004) kommt nun auch in Deutschland ihr erster Longplayer „In The Red“ heraus.

Das Album wurde von Chris Potter (Blur, Richard Ashcroft, Mick Jagger, The Verve) produziert und ist musikalisch das genaue Gegenteil von dem, was Tina Dico mit dem Titel ausdrücken will: „’In The Red’ meint den Augenblick, wo die Nadel in den roten Bereich geht: bei der Lautstärke-Anzeige einer Stereoanlage, auf dem Drehzahlmesser eines zu schnell fahrenden Autos, auf einem Thermometer“. In den roten Bereich geht auf diesem Werk nämlich rein gar nichts.

Frau Dico präsentiert 13 Mal verträumten Folk-Pop, spärlich arrangiert, mit ganz netten Melodien und einer herbstlichen Grundstimmung. Es wird an der akustischen Gitarre gezupft, hier und da perlt mal ein Piano oder zirpen Streicher. Mit niedlicher Stimme singt Tina Dico über die üblichen Themen des Lebens und lässt den Hörer somit an ihrem eigenen Leben teilhaben. Vielen Dank, sehr freundlich.

„In The Red“ ist ein routiniertes Album ohne Tiefpunkte, aber auch ohne Höhepunkte. Selbst die ausgekoppelten Singles („Give in“, „Warm sand“, „Losing“) verraten nicht, warum Tina Dico in ihrer Heimat so großen Erfolg hat. Das Songwriting ist okay, aber nicht herausragend und nur ganz selten mitreißend. Unterm Strich kommt der Hörer vielleicht auf eine Hand voll überdurchschnittlicher Lieder. Aber was soll’s? Es gibt trotzdem eine Zielgruppe für Alben wie dieses. Und tatsächlich, besonders schön wird dies durch die Amazon-Kundin „Miezekatze“ erklärt, die anderen Shoppern verrät: „Melancholisch schöne Melodien zum Herbstanfang. Wenn ich ihre Musik höre, bekomme ich Lust auf einen Kuscheltag mit Tee auf meinem Sofa.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Wohlsein!

Anspieltipps:

  • In the red
  • Head shop
  • Nobody’s man
  • Room with a view
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