Willie Nelson - Songbird - Cover
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Willie Nelson Songbird


  • Label: Lost Highway/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem Country-Music-Veteran Willie Nelson (73) schon auf „The Great Divide“ (05/2002) mit verschiedenen Musikerkollegen wie Sheryl Crow, Kid Rock und Rob Thomas (Matchbox Twenty) zusammengearbeitet hatte, geht er für sein neues Werk „Songbird“ nun noch einen Schritt weiter und begibt sich voll und ganz unter die Fittiche von Arbeitstier Ryan Adams (31).

Adams schenkte dem kauzigen Näsel- und Nuschel-Papst aus Texas drei seiner Kompositionen (u.a. „Blue hotel“), suchte den einen oder anderen Klassiker aus der großen Wundertüte der Musikgeschichte heraus (u.a. „Amazing grace“, oft gecovert, aber bestimmt noch nicht so wie hier zu hören!) und ließ Nelson vier eigene Stücke neu interpretieren (u.a. „We don’t run“). Okay, das sieht auf den ersten Blick ein wenig nach Denkmalpflege á Rick Rick Rubin und Johnny Cash bzw. Neil Diamond aus, ist aber für die Karriere eines Willie Nelson eher als Normalfall zu bezeichnen. Und dennoch hat der Produzenteneinsatz von Ryan Adams einige positive Dinge verändert.

Da wäre zum einen die Adams-Begleitband The Cardinals (Jon Graboff, Neal Casal, Brad Pemberton, Catherine Popper), die dem zittrigen Akustikgeschrubbe von good old Willi deutlich mehr Rückhalt gibt und den ausgewählten Coverversionen unter anderem von Fleetwood Mac („Songbird”), Grateful Dead („Stella blue“), Gram Parson („$1000 wedding“) und Leonard Cohen („Hallelujah“) rumpelnden Rock beimischt, ohne mit einem kräftigen Schuss Alternative Country zu sparen.

Zum anderen passen die ausgewählten Songs sehr gut zueinander, wobei nicht streng einer Linie gefolgt wird, sondern auch mal eine Priese Bluesmusik eingestreut oder das Tempo überraschend variiert wird („Sad songs and waltzes“). Das ergibt ein schönes, erdiges Album, das allerdings nicht an die Bedeutung der „American Recordings“ von Rubin und Cash heranreicht. Aber diese war beim ersten Teil im Jahr 1994 auch noch nicht zu erahnen. Also, Willie und Ryan, auf zum nächsten Streich!

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