t.A.T.u. - The Best - Cover
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t.A.T.u. The Best


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ich finde das zwar auch irgendwie ganz interessant, aber ich beschäftige mich eigentlich nicht mit Verkaufszahlen. Wir tun das alles für unsere Fans – das neue Album, die Videos, die Konzerte”, sprach Julia Volkova, neben Lena Katina ein Teil des Popduos t.A.T.u., ganz lässig vor gar nicht allzu langer Zeit, mit dem sicheren Gefühl im Rücken, über fünf Millionen Einheiten ihres Debütalbums „200 km/h In The Wrong Lane“ (11/2002) abgesetzt zu haben.

Ein knappes Jahr später sieht die Welt ganz anders aus. Das zweite englischsprachige Album, „Dangerous And Moving“ (10/2005), von Russlands erfolgreichstem Pop-Export aller Zeiten, hat sich nur mühevoll verkauft und ist meilenweit von den Zahlen des Erstlings entfernt. Aus der ehemaligen Trash-Pop-Sensation ist eine stinknormale Popgruppe unter vielen geworden, für die sich anscheinend nur noch ein harter, wenn auch großer, Fan-Kern interessiert. Die Quittung folgte auf dem Fuße. Während das Duo weiterhin auf Welttournee ist, um „Dangerous And Moving“ zu promoten, gab Interscope Records die Trennung von t.A.T.u. bekannt.

Als Abschiedsgeschenk (vermutlich zur Vertragserfüllung) gibt es jetzt ein unerwartetes und wenig sinnvolles „Best Of“-Album. Aber wann machen „Best Of“-Alben schon Sinn? Und wie das nun mal so ist, erscheint „The Best“ auch noch in zwei Versionen, nämlich als 08/15-Ausgabe mit 20 Songs, davon viele Remix-Versionen und in russischer Sprache gesungene Titel, von denen wiederum drei bisher unveröffentlicht sind, sowie als Deluxe-Ausgabe mit Bonus-DVD. Und erst mit dieser wird ein Schuh draus. Denn die DVD beinhaltet nicht nur acht Videoclips, darunter die Explicit-Version von „All about us“, die Animated-Version von „Gomenasai“, sowie vier Remix-Videos der größten Hits, sondern auch noch drei Making Ofs/Specials und den Live-Auftritt der beiden Girls im „Glam As You“-Club in Paris aus dem Jahr 2005. Damit versucht man offensichtlich den zahlreich existierenden Live-Video-Bootlegs das Wasser abzugraben, denn mit dem 20 Minuten kurzen Auftritt liegt erstmals echtes Live-Material in annehmbarer Qualität vor. Um das Phänomen t.A.T.u. zu ergründen, ist aber auch dieser Mitschnitt zu kurz.

So kann sich der geneigte Fan am Ende an Live-Stücken wie „All about us“, „Not gonna get us“ und „Loves me not“ erfreuen und mitunter ziemlich krude Remix-Versionen u.a. von She Wants Revenge („Cosmos outer space“) und Dave Aude („All the things she said“) bestauen, deren quietschbunter Höhepunkt eindeutig „Craving (I only want what I can’t have)“ im Bollywood Mix ist. Alles in allem ist „The Best“ somit ein nettes (vorläufiges) Abschiedsgeschenk von Julia Volkova und Lena Katina – und aufgrund der Bonus-DVD natürlich auch ein optisches Schmankerl.

Anspieltipps:

  • 30 minutes
  • All about us
  • Not gonna get us
  • All the things she said
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