The Answer - Rise - Cover
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The Answer Rise


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie bei so vielen Artgenossen ist das Handwerk wohl erlernt, doch viel zu oft zitiert, um ein wirkliches Ausrufezeichen setzen zu können.

Die irische Band The Answer debütierte mit „Rise“ in England auf dem legendären Label Albert Productions (AC/DC) im Juni, doch nicht nur die Plattenfirma, auch die bisherigen Supportgigs für legendäre Bands wie Deep Purple und The Who lassen allein vom Namen her schon einmal aufhorchen. Nicht minder schmackhaft ist die Referenz, bereits für Therapy? eröffnet zu haben und sogar den Headliner für die Kerrang! Most Wanted Tour im Vereinigten Königreich haben sie markiert. Zur Zeit sind sie für einige Daten mit D.A.D. auf Deutschland-Tour und präsentieren gleichzeitig die Veröffentlichung auf ihrem deutschen Label Pias. Als wenn es noch nicht genug des Namedroppings gewesen ist, nahmen sie „Rise“ unter anderem im Londoner Olympic Studio (Led Zeppelin, Jim Hendrix) auf und ließen es von Chris Sheldon (Foo Fighters) mixen. Musikalisch bleibt es jedoch bei lediglich solidem Hardrock mit Blues-Anleihen und jeder Menge eng sitzender Spandex-Hosen.

„Under The Sky“ bietet druckvoll einschneidende Gitarrenlicks und ein solides Rhythmusgerüst, welches im Refrain von einer gewissen Hymnenhaftigkeit und schönen Backgroundvocals der Band eingerahmt wird. Auch das ausladende Gitarrensolo und der obligatorische Mitsing-Part für die kommenden Auftritte fehlen nicht, so dass der leicht schräge, luftige Höhen erreichende Gesang den Auftakt solide abrundet. Dass The Answer mit striktem Drang nach vorne am besten fahren, zeigt z. B. „Come Follow Me“, ein einfacher Rocker vor dem Herrn, der das Blut in Wallung bringt und immer wieder mitreißend zündet. Zu viele Drehungen und verschachtelte Rhythmen enden bei The Answer schnell im Fragezeichen aufwerfenden Wirrwarr, wodurch „Never Too Late“ die Kraft genommen wird und man sich am Ende einfach nur noch wünscht, das (mehr oder minder vorhandene) Haupthaar im straight losgehenden Takt zu schütteln.

Der erdige Blues und die erneut frech aufspielenden Gitarren lassen mit „Memphis Water“ ein wenig Ruhe einkehren und ein gelungenes Werk bodenständiger Bluesrock-Musik in die Ohren wandern. Obwohl der Track bei Weitem nicht außerordentlich ist, fühlt man sich doch zuhause und kann sich genüsslich in den Sessel sinken lassen. Obwohl der Longplayer gestandener Rockmusik wieder Leben einhaucht und das Songmaterial durch die Bank solide bis gut ist, fehlen große, sich verankernde Momente. Wie bei so vielen Artgenossen ist das Handwerk wohl erlernt, doch viel zu oft zitiert, um ein wirkliches Ausrufezeichen setzen zu können. Was die Sache bei The Answer nochmals erschwert, sind allzu komplexe Wendungen, die hier und da den Schwung rausnehmen, doch glücklicherweise von umso eingängigeren Songs wie „Come Follow Me“ und „Into The Gutter“ ausgeglichen werden.

Anspieltipps:

  • Come Follow Me
  • Memphis Water
  • Into The Gutter
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