God Dethroned - The Toxic Touch - Cover
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God Dethroned The Toxic Touch


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wohin die Spannung des Vorgängers verschwunden ist, kann sich der ehrenwerte Rezensent gerade auch nicht erklären, aber „The Toxic Touch“ ist alles in allem nur Durchschnitt.

In musikalischen Belangen kann die Niederlande eher mit extremen Stilrichtungen aufwarten. Vor allem die Etablierung des Hardcore Techno, der mit der Errichtung von Rotterdam Records durch Paul Elstak (Dj Paul) einen idealen Nährboden bekommen hat und noch heute für unzählige, best besuchte Veranstaltungen sorgt, ist zu einem nicht unwesentlichen Teil im nord-westlichen Nachbarn entstanden. Doch auch Gruppen wie Within Temptation, die sich dem symphonischen Metal verschrieben haben oder The Gathering, die für progressivere Töne sorgen, sind im Benelux-Staat zuhause.

Eine wesentlich deftigere Richtung schlagen allerdings Henri Sattler (Gesang, Gitarre), Isaac Delahaye (Gitarre), Henk Zinger (Bass) und Arien van Weesenbeek (Schlagzeug) ein, die unter dem Namen God Dethroned seit bereits über 15 Jahren zu einer festen Größe im Death Metal zählen. Mit dem 7. Werk „The toxic touch“ kündigt das letzte, bestehende Mitglied aus Anfangstagen, Henri Sattler, an: „Es ist ein Album mit neuen und breiteren Einflüssen, Techniken und Songwriting geworden, klingt aber dennoch genauso, wie God Dethroned anno 2006 klingen sollen.“ Dann fühlen wir mal auf den Zahn.

„Faithless“ dient einzig und allein als mickriges Intro und „Hating life“ wechselt von unaufgeregtem Midtempo in eine ganz passable Leistungsschau mit angezogener Geschwindigkeit. Den ersten Höhepunkt bildet „2014“, der schon etwas kompromissloser zu Werke geht, aber dennoch das gewisse Etwas vermisst. In „Falling down“ wird hörbar, dass das Schlagzeug einen Tick zu dominant abgemischt wurde, sodass ein vom Tempo gepacktes Gitarrensolo beinahe komplett im Druck des Basses untergeht und fast nicht zur Geltung kommt. Bei „On wings of pestilence“ und „The day you died“ wartet man vergeblich auf gehobenes Mittelmaß und ein bisschen mehr Aggressivität, die erst mit „Macabre world“ befriedigt wird.

Das instrumentale „Away from emptiness“ hat zwar gar nichts mit Death Metal am Hut, funktioniert als beruhigendes Zwischenspiel aber trotzdem und in „Typhoid Mary“ stellt sich die Frage, wieso die Melodik und Rhythmik, mit dem der Text vorgetragen wird, an ein Kinderlied erinnert. Dennoch gibt es im weiteren Verlauf des Songs genauso wie im Schlusstrack „Fail to exist“ langweilige Frickeleien und Abwechslungsarmut, obwohl die schwermütige Gitarre im Hintergrund eine vorzügliche, melancholische Stimmung aufbaut. Wohin die Spannung vom Vorgänger „The lair of the white worm“ verschwunden ist, kann sich der ehrenwerte Rezensent gerade auch nicht erklären, aber „The toxic touch“ ist alles in allem Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • 2014
  • Falling Down
  • Macabre World
  • Away From Emptiness
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