Quadro Nuevo - Tango Bitter Sweet - Cover
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Quadro Nuevo Tango Bitter Sweet


  • Label: Fine Music/SOULFOOD
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Instrumental-Quartett Quadro Nuevo kommt aus Europa und verarbeitet verschiedene Musikrichtungen wie Flamenco, Tango, Swing und jede Menge bittersüße Leichtigkeit zu einem intensiven Hörerlebnis. Bisher erschienen fünf Longplayer, die zahlreich verkauft wurden und Quadro Nuevo zwölf Jazz Awards einbrachten. Darüber hinaus verweilten die Alben wochenlang auf Platz 1 der World Music Charts und fanden ebenso den Weg in die Media Control Charts. Dass diese Vorschusslorbeeren keine Worthülsen sind, beweisen die vier Musiker, bewaffnet mit Saxophon, Kontrabass, Piano und Akkordeon, auch auf dem aktuellen Longplayer „Tango Bitter Sweet“, der sich bei europäischen Klassikern wie „Petite Fleur“ sowie dem Säbeltanz bedient und in Form von Eigenkompositionen vom Tourleben der Virtuosen erzählen.

Obwohl der Tango gemeinhin mit Ländern wie Argentinien und Uruguay assoziiert wird und dort auch seine historische Geburtsstunde verbrachte, zog es ihn im Laufe der Jahrhunderte an zahlreiche europäische Orte. Als Europäer nahmen Mulo Francel, Robert Wolf, D. D. Lowka sowie Andreas Hinterseher diese Fährte auf und entflammten das Feuer auf eine höchst eindringliche Art und Weise neu. Nachhören kann man dieses leidenschaftliche Unterfangen, welches besonders durch grandiose musikalische Herausforderungen an Saxophon, Akkordeon und rhythmische Ausbrüche fasziniert, in den 18 Songs auf „Tango Bitter Sweet“.

Zart erheben sich in „Petite Fleur“ fragmentarische Saxophon-Einsätze und spielerische Gitarren, die mit ihrem spanischen Temperament im Laufe des Songs die Spannung erhöhen und auf emotionale Weise den Track betörend an- und abschwellen lassen, so dass das erst so fragmentartige Stück an Opulenz und Durchschlagskraft gewinnt. An „Paroles, Paroles“ kommt man ebenso wenig vorbei, denn diese Melodie lebt von Fernweh, dass es eine wahre Freude ist. Unglaublich harmonisch und gleichzeitig sehnsüchtig erlebt man diesen Fünf-Minüter und ist versucht, ihn endlose Male zu wiederholen. Vor allem ist es erneut das Saxophon, dass sich über feingliedrige Instrumentalbeigaben erhebt und so neben der spanischen Gitarre zum wichtigsten Anker in der Musik von Quardro Nuevo wird.

Diese Reise in weltmusikalische Gefilde ist lebendig und obwohl sie größtenteils auf Liedern aus längst vergessenen Epochen basiert, eine sehr frische, belebende Angelegenheit. Quadro Nuevos in jeder Minute spürbarer musikalischer Anspruch ist hoch und vergisst dabei glücklicherweise auch die losgelöste Freude an zeitloser Euphorie und in sich ruhender Melancholie nicht, wodurch „Tango Bitter Sweet“ ein intensives, gefühlsorientiertes Album geworden ist, welches auf ganzer Linie überzeugt und Lust auf mehr macht.

Anspieltipps:

  • Petite Fleur
  • Paroles, Paroles
  • Et Maintenant
  • Sabre Dance
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