Herbert Knebels Affentheater - Nix Wie Weg! - Cover
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Herbert Knebels Affentheater Nix Wie Weg!


  • Label: Spaßgesellschaft/SonyBMG
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Herbert Knebel, Ruhrpottpapst aus Altenessen und Deutschlands Lieblingsrentner neben dem leicht verpeilten Heinz Becker aus dem Saarland, kehrt auf die Bühne zurück, um aktuelle Problematiken, soziale Ungerechtigkeiten und internationale Zusammenhänge in der Weltpolitik anzuprangern und auszudiskutieren. Aber diesmal ist er nicht allein, denn er hat seine komplette Rentnerband mitgebracht: Ozzy Ostermann (Gitarre), Ernst Pichel (Bass) und den Trainer (Drums). Zusammen nehmen die Vier als „Affentheater“ Kurs auf Rock’n’Roll und Rücken die Verhältnisse wieder gerade. Aber es wird nicht leicht, denn es gibt förmlich einen „Schwall von Notfällen“.

So erfährt der Hörer auf „Nix wie weg!“, weshalb man bei Herberts Hausarzt eine Hörspielkassette von „Benjamin Blümchen“ aufnehmen könnte („Grippewelle“) und dass Herbert ein Kribbeln im Rüssel hat – inne Nase aber auch. Die Diagnose ist klar: Halb Deutschland ist entzündet. Ozzy und Herbert machen Kumpel Ernst eindringlich klar, warum er kein Aussteigertyp ist („An wat mangelt es dich denn? Du hast doch alles! Aussteiger sind Kerle von nem ganz anderen Kaliber. Die fressen Marmelade mit ’m Klappspaten. So wie Robinson Caruso.“) und dass früher selbstverständlich alles besser war („Wat kann Vergiften schön sein! Früher war Rauchen noch gesund“).

Im übertragenen Sinne ist übrigens Theo Rötcher ausgestiegen. Der is gez Anhänger vonne Bibel („Ach, der is reljös geworden? Der war doch immer evangelisch!“), obwohl du dir darin nach Currywurst und Pommes nen Wolf suchen kannst. Denn es steht ja geschrieben: „Er erbrach das Brot. Und Fisch. Fisch hat er, glaube ich, auch erbrochen. Klar, sind ja alles Vegetirier“. Tja, Jesus hatte Anhänger, aber keine Laster...“ Herbert traut sich natürlich auch unpopuläre Themen anzupacken – wie Schalke 04. Er erklärt, warum Urlaub im Norden von Südamerika nichts taugt („Abenteuer-Trophy“) und weiß, „wenn die Polen schmelzen, kannste dir jetzt schon mal überlegen, wo du ’n neuen Fliesenleger herbekommst“. Ja, da kommt Leben inne Baracke...

Neben all diesen brisanten Themen sorgt das Affentheater auch für „Musikk“ („Bésasme mucho“, „Heute hier, morgen dort“, „Gez und für immer“) und covert Songs von Smokie („Tür an Tür mit Ellie“) und JJ Cale (aus „Cocaine“ wird der „Cholesterin-Song“). Damit wird das neue Programm – in diesem Fall live im Stahlwerk, Düsseldorf im Juni 2006 aufgezeichnet – fein abgerundet. Boh, dat glaubse nicht! Da faulste ab!

Anspieltipps:

  • Religion
  • Bigamie
  • Grippewelle
  • Gez und für immer
  • Tür an Tür mit Ellie
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