Kain - Leben Im Schrank - Cover
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Kain Leben Im Schrank


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Berliner Band Kain macht ehrliche, deutschsprachige Rock-Musik und besteht aus Lino (Gesang, Gitarre), Nico (Gitarre, Gesang), Holger (Bass) sowie Paul (Drums). Soweit die knappen Fakten. Dass Teile von ihnen schon seit zehn Jahren zusammenspielen und bereits längere Zeit vor dem Debütalbum „Leben im Schrank“ als Supportslot für 3 Doors Down und Keith Caputo-Tourneen engagiert wurden, ist dagegen schon interessanter. Selbst Reamonn ließen kürzlich das Quartett als Heißmacher an den Start gehen und mussten mit ansehen, wie Kain einen kleinen Triumphzug starteten, der sich gewaschen hatte und die einige Mal verschobene Veröffentlichung von „Leben Im Schrank“ nun doch schon früher als geplant stattfinden ließ. Und was die Jungs live können, funktioniert auch auf Konserve... .

Dafür sorgt schon der Auftakt in Form von „Pack Dich“, der wie große Teil der Scheibe musikalisch bestens und druckvoll aufgelegt ist, um direkte, unverblümte Lyrics an den Mann/die Frau zu bringen. Gitarren braten, das Schlagzeug schafft den groben Rahmen und Sänger/Gitarrist Lino, der sich auch für die Texte verantwortlich zeigt, variiert je nach Tempo und Songausrichtung (die auch innerhalb eines solchen zwischen laut und leise pendelt) den rau packenden Gesang mit lieblichen, weniger herben Momenten. Da sind auch dank des hymnischen Refrains von „Irgendwann“ die Hits nicht mehr weit und dazu prädestiniert, den Hörer auch beim Bäcker oder in der U-Bahn mit allerlei markanten Rocksongs zu verfolgen, ohne dafür einen MP3-Player, etc. als Hilfsmittel zu benötigen.

Packend und mit authentischer Attitüde versehen wird hier Rock mit deutschsprachigen Texten verarbeitet, der auch ruhige Songs wie die kommende Single „Kaffee Zum Mitnehmen“ ohne Peinlichkeiten meistert und dennoch zeitweise in textliche Plattitüden („Bastard“) abdriftet. Trotz kleiner Schönheitsfehler ist die Platte eine positive Überraschung, die man bei ähnlich orientierten Bands nur sehr selten findet und sich die größere Öffentlichkeit verdient hat. „Leben Im Schrank“ merkt man einfach an, wie behutsam am lange zurückgehaltenen Debüt gearbeitet wurde und klingt doch völlig unverkrampft, obgleich die textliche Thematik um Falschheit und Trübsal zum Ende hin längst nicht mehr so geschickt angewendet und auch musikalisch etwas weniger einfallsreich agiert wird.

Anspieltipps:

  • Liebes Tagebuch
  • Irgendwann
  • Es Geht Mir Gut
  • Überfliegerpilot
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