Sting - Songs From The Labyrinth - Cover
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Sting Songs From The Labyrinth


  • Label: Deutsche Grammophon
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

400 Jahre altes Liedgut, übertragen in die Jetztzeit. Ein Künstler wie Sting kann es sich erlauben, solch ungewöhnliche Platten zum Zeitvertreib einzuspielen.

Wenn ein Sting-Album im Vertrieb der Plattenfirma Deutsche Grammophon erscheint, kann es sich nicht um ein alltägliches Werk handeln. Und in der Tat, „Songs From The Labyrinth“ ist eine Reise in das Elisabethanische Zeitalter und damit in die Ära des Komponisten und Lautenvirtuosen John Dowland (1563-1626), der im 16. Jahrhundert zu den berühmtesten Musikern Europas gehörte und für Popstar Sting der erste Singer/Songwriter Englands war.

Stings langjähriger Gitarrist Dominic Miller sorgte vor zwei Jahren dafür, dass sich der ehemalige Police-Frontmann ernsthaft mit dem Schaffen Dowlands einließ, indem er seinem „Chef“ eine Laute schenkte und mit dem bosnischen Lautenisten Edin Karamzov bekannt machte. Karamazov besuchte Sting wenig später in England und tauchte zusammen mit ihm in die Welt des John Dowland ein. Damit verwirklichte Sting eine originalgetreue Umsetzung der schwermütigen schönen Lieder, die ihn schon seit den 80er Jahren „verfolgten“.

Das Duo Edin Karamzov und Gordon Sumner entwarf einen ungewöhnlichen, 16 Songs umfassenden Zyklus aus schmerzhaften Selbstgesprächen („In darkness let me dwell“), melodischen Überraschungen („Forlorn hope fancy“), humorvollen Stücken („The lowest trees have tops“), lärmenden Straßenhändlerliedern („Fine knacks for ladies“) und beinahe heiteren Hoffnungslosigkeiten („Flow my tears“), der die erstaunliche Bandbreite in Dowlands Kompositionskunst belegt. Zusammengehalten werden die Lieder von sieben Spoken-Word-Passagen, die auf Ausschnitte eines Briefes von John Dowland zurückgehen. Eine atmosphärisch gelungene und schön umgesetzte Idee.

400 Jahre altes Liedgut, übertragen in die Jetztzeit. Ein Künstler wie Sting kann es sich erlauben, solch ungewöhnliche Platten zum Zeitvertreib einzuspielen – und zwar so, dass es auch den Hörern gefällt, die ansonsten einen großen Bogen um den Kulturteil der Tageszeitung machen.

Anspieltipps:

  • Come again
  • The battle galliard
  • Come, heavy sleep
  • Fine knacks for ladies
  • In darkness let me dwell
  • Weep you no more, sad fountains
  • Have you seen the bright Lily grow
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