Erin McKeown - Sing You Sinners - Cover
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Erin McKeown Sing You Sinners


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Erin McKeown begann ihre Musiker-Laufbahn mit kleinen Auftritten in lokalen Clubs und Cafés, wo sie mit ihrem frei aufspielenden Swing-Entwurf und einem mitreißenden Melodie-Verständnis für Begeisterung sorgte. 1995 kam sie beim Mid-Atlantic Song-Contest (ausgerichtet von der Songwriters´ Association) in Washington ins Halbfinale und startete, gestärkt durch die Resonanz, kurzerhand ihr eigenes Label: TVP Records. Doch schon mit dem zweiten Album „Distillation“ reichten die Kapazitäten ihrer Plattenfirma nicht mehr aus, so dass die zweite Auflage von Signature Records betreut wurde. Mittlerweile bei Album Nr. 5 angekommen, kann Erin McKeown auf Konzerte mit Ani DiFranco und eigenständig erfrischende Musik zurückblicken, deren Potenzial sie auch mit „Sing You Sinners“ ausschöpft.

Während der Opener „Get Happy“ ungestüm, von einem schier wahnsinnigen Piano und Bläser-Fanfaren geleitet, den neuen Tag begrüßt und den Hörer gebannt swingen lässt, „Paper Moon“ rhythmisch versiert und voller instrumentaler Feinheiten den Groove weiter ausbaut, kommt bei „They Say It´s Spring“ eine weitere, auf dem Longplayer zu wenig geforderte Stärke von Erin McKeown zum Vorschein. Leichtfüßiger Blues, der ausführlich beim Songwriter-Pop vorbeigeschaut hat, eröffnet träumerische, sanft zweifelnde Welten und gewinnt durch das in diesem Fall reduzierte Beiwerk. Nur das Piano und auf dem ganzen Album herausragende Percussions erobern das Herz im Sturm, um schließlich auch noch von Erins Stimme verzaubert zu werden.

Die beim ersten Hördurchlauf noch etwas zu aufdringliche Swing-Euphorie entwickelt sich bei näherer Betrachtung, auch durch die oben beschriebenen melancholischen Ausflüge, zu einem Feuerwerk, in dem selbst die kleinsten Funken nach und nach wachsen. Eine große Entdeckungsfreude und ausreichend vorhandener Humor sollte dem Hörer allerdings schon gegeben worden sein, denn die Haken schlagenden Trompeten, das tröpfelnde bis ausufernde Piano und die vehement Aufmerksamkeit einfordernde positive Stimmung enden zeitweise als nervtötende Angelegenheit. Dennoch bietet „Sing You Sinners“ eine große Musikalität und variantenreiche, auch im Gesamtkontext ineinander greifende Arrangements, deren anstrengende Komponente besonders zum Ende hin mit angenehmer Zurückhaltung begradigt wird.

Anspieltipps:

  • Coucou
  • They Say It´s Spring
  • Sing You Sinners
  • If You´re A Viper
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