JoJo - The High Road - Cover
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JoJo The High Road


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Angeberische Wettstreite aus der Abteilung „Drei Oktaven für ein Hallelujah“ sucht der Hörer hier – zum Glück – vergebens!

Im Dezember 2006 wird Joanna „JoJo“ Levesque 16 Jahre alt. Dann kann die Teenagerin auf drei Jahre im Showgeschäft zurückblicken, die ihr u.a. einen Major-Plattenvertrag, ein Top-5-Album in den USA („JoJo“, 2004), zwei weltweite Singlehits („Leave“, „Baby it’s you“) sowie Hauptrollen in den Filmen „Aquamarin“ und „Die Chaoscamper“ bescherten. Es sieht fast so aus, als ob hier ein neues Allround-Talent heranwächst, das den X-Tinas, Britneys und Beyoncés dieser Welt das Fürchten lehrt.

Auf ihrem Debüt pendelte JoJo zwischen Pop- und R&B-Stücken hin und her. Daran hat sich auch auf „The High Road“ nicht ganz soviel geändert, wenn auch eine gewisse Bevorzugung des Soul- und R&B-Bereichs auszumachen ist. Dennoch wirkt das Album im Vergleich zum Vorgänger ausgewogener, kompakter, fokussierter und, um ein Klischee zu bemühen, erwachsener. Es ist eine typische amerikanische Produktion, mit jeder Menge Top-Songschreibern und Produzenten auf der Lohnliste (u.a. Diane Warren, Swizz Beatz, Josh Alexander, Ryan Leslie, Soulshock, K. Karlin, Bo Dozier, Scott Storch, Jonathan Rotem, Billy Steinberg und Sean Garrett), die dem Jungstar 12 Songs maßschneiderten.

Und in der Tat geht der Erfolg scheinbar mühelos weiter. Die erste Auskopplung „Too little too late“ stürmte mit einem Riesensatz von Platz 66 auf den dritten Platz der Billboard Single Charts und ist damit neuer Rekordhalter in der Disziplin „größte Chartsprünge“. Wirklich wundern muss man sich darüber nicht. Der Song stammt aus der Feder derselben Komponisten, die schon „Leave (get out)“ schrieben. Entsprechend ähnlich sind sich beide Songs. Doch sei’s drum. Es gibt wahrlich Schlimmeres. Also Schwamm drüber.

Wichtiger ist, dass JoJo eine starke Gesangsleistung abliefert, die kein Mickey-Mouse-Gequietsche á la Britney Spears, kein übertriebenes Rauf- und Runtersausen auf der Tonleiter im Stile einer Christina Aguilera und erst recht kein affektiertes Diva-Gehabe einer Mariah Carey beinhaltet. Angeberische Wettstreite aus der Abteilung „Drei Oktaven für ein Hallelujah“ sucht der Hörer deshalb – zum Glück – vergebens!

Die Kompositionen sind weit weg von der heute so weit verbreiteten, balladesken Black-Music-Sülze (Rihanna, Christina Milian), die schon nach kurzer Zeit langweilt. Auf „The High Road“ stimmt die Mischung weitgehend. Da wird mal ein 80er-Jahre-Song gesampelt („Africa“ von Toto) und in ein modernes R&B-Gewand gesteckt („Anything“) oder dem hiterprobten Händchen von Diane Warren (Aerosmith, Celine Dion) vertraut („Exceptional“, „Note to god“). Mit „The way you do me“ macht die 15-Jährige sogar einer Beyonce Knowles Konkurrenz, was wirklich verblüffend ist. Dabei fällt auf, dass JoJo für ihr Alter eine sehr erwachsene Stimme hat, die sowohl Balladen als auch tanzbare Titel überzeugend rüberbringen kann. Trotzdem sorgen Texte wie „How to touch a girl“ bei einer 15-Jährigen weiterhin für Stirnrunzeln. Dieser latent vorhandene Lolita-Effekt lässt sich wohl nur schwer vermeiden. Das ist aber auch der einzige Aspekt, der bei „The High Road“ etwas komisch aufstößt.

Anspieltipps:

  • Good ol’
  • Anything
  • Exceptional
  • Coming for you
  • Too little too late
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