Europe - Secret Society - Cover
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Europe Secret Society


  • Label: T&T/Soulfood
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einem starken Sound im Rücken haben Europe ein klasse Album abgeliefert, bei dem es schwer fällt, einzelne Songs herauszuheben.

Es war eine ebenso überraschende wie unerwartete Rückkehr, als die Melodic-Hardrocker von Europe vor zwei Jahren mit den außergewöhnlich guten Songs ihres Albums „Start From The Dark“ (09/2004) aus der Versenkung zurückkehrten und danach auf einer mitreißenden Reunion-Tour (festgehalten auf der DVD „Live From The Dark“, 11/2005) nicht nur alte Fans aus den 80er Jahren ansprachen, sondern auch neue Hörer dazugewinnen konnten. Auf dieser Basis ließ sich getrost weitermachen. Und so steht jetzt das in nur zehn Wochen eingespielte Nachfolgewerk „Secret Society“ in den Läden.

Die tiefergestimmten Gitarren und die relativ dunkle Grundstimmung von „Start From The Dark“ haben Europe auf „Secret Society“ beibehalten. Das bedeutet aber nicht, dass die in ihrer Urbesetzung angetretenen Joey Tempest (Gesang), John Norum (Gitarre), Mic Michaeli (Keyboards), Ian Haugland (Drums) und John Leven (Bass) auf ihre bewährten Markenzeichen verzichten: Sofort ins Ohr gehende Melodien, lockere Hooks und die grandiosen Gitarrensoli von Ausnahmegitarrist John Norum. Damit wuchern die Schweden auch heuer ausgiebigst, allerdings ohne im Balladenkitsch á la „Carrie“ (Singleauskopplung vom „The Final Countdown“-Album) oder ausufernden Keyboardpassagen zu versinken. Der Keyboardanteil der elf Songs fällt wie schon beim Vorgänger recht übersichtlich aus. Zumindest ist Mic Michaeli (u.a. Co-Songwriter von „Carrie“) nicht so dominant zu hören wie in den Anfangstagen.

Europe haben sich gewandelt und in der Zeit nach dem Bandspilt weiterentwickelt. Joey Tempest ist zwar noch immer der Hauptsongwriter, doch die Fronten haben sich deutlich in Richtung egofreies Teamwork verschoben. Deshalb brauchten die Fünf auch keinen externen Knöpfchendreher mehr im Studio. Das Album entstand in Eigenregie und wurde lediglich von Stefan Glaumann (Within Temptation, Apoptygma Berzerk, Ana Johnsson, Rammstein, Backyard Babies) druckvoll und klar abgemischt.

Mit diesem starken Sound im Rücken haben Europe ein klasse Album abgeliefert, bei dem es schwer fällt, einzelne Songs herauszuheben. Das gesamte Material ist auf sehr hohem Niveau angesiedelt, egal ob satte Hardrocker („Human after all“, „Love is not the enemy“) oder kraftvolle Halbballaden („A mother’s son“, „Devil sings the blues“), es gibt keinen einzigen Ausfall auf dieser rundum gelungenen Platte.

Anspieltipps:

  • A mother’s son
  • Human after all
  • Devil sings the blues
  • Let the children play
  • Love is not the enemy
  • Always the pretenders
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