Ina Müller - Weiblich. Ledig. 40. - Cover
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Ina Müller Weiblich. Ledig. 40.


  • Label: 105 Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Frau im besten Alter kommt sie glaubwürdig rüber, wenn sie kleine Geschichten erzählt, die offen und ehrlich sind.

Ina Müller, Moderatorin, Autorin, Schauspielerin, Komödiantin, Sängerin und Repräsentantin der plattdeutschen Sprache, hat nach elf Jahren auf deutschen Kleinkunstbühnen mit dem Kabarett-Duo QueenBee einen neuen Hafen gefunden. Sie hat bei dem für ihre Kunst wohl einzig richtigen Label einen Vertrag unterschrieben: 105 Music. Dort haben die Machen Heinz Canibol und Roman Rybnikar einen exzellenten Riecher für Künstler mit Profil, die mit handgemachter Musik überzeugen. Dazu zählen Cosmo Klein, Henny Nachtsheim, Stefan Gwildis und allen voran Annett Louisan und jetzt eben auch die sympathische Weser-Emsländerin.

Musikalisch pendeln die 12 sparsam instrumentierten Songs auf „Weiblich. Ledig. 40“ zwischen Folk, Blues, Reggae, Chanson, Soul, Jazz und Pop – ein Ansatz, mit dem sich in diesem Jahr bereits Jasmin „Blümchen“ Wagner auf ihrem Comebackversuch „Die Versuchung” probierte, aber kommerziell scheiterte. Musikalisch war das Ganze total in Ordnung (die Stücken wurden von Michel van Dyke komponiert), nur hatten wohl viele frühere Fans ein kleines Problem mit den erwachsenen Texten aus der Feder von Liedermacher Bernd Begemann, die irgendwie nicht zur der 26-Jährigen passten.

Ina Müller hat damit keine Schwierigkeiten. Als Frau im besten Alter kommt sie glaubwürdig rüber, wenn sie kleine Geschichten erzählt, die offen und ehrlich sind („Auf halber Strecke“), gerne provozieren („Dumm kickt gut“), manchmal erheitern („Hoffentlich ist der Sommer bald vorbei“) und niemals ein Blatt vor den Mund nehmen („Bye bye Arschgeweih“). Es sind nachvollziehbare, selbsterlebte Erfahrungen, die den Hörer unweigerlich zum gespannten Zuhören zwingen. Hinter diesen Texten steckt (natürlich) Frank Ramond, Texter und Produzent von Annett Louisan. Dieser steuert mit Ina Müller aber nicht in die Chanson-Richtung á la Frau Louisan, sondern verleiht den Stücken den typischen Ina-Müller-Pfiff, den man aus elf Jahren QueenBee kennt.

Immer nur gute Laune wäre auf Dauer etwas eintönig. Deshalb gibt es viele wunderbar atmosphärische Stücke wie „1000 Lichter“, „Allein durch Hamburg“ oder „Ich ziehe aus“, die sanft und sehnsuchtsvoll mit Dobro, Kontrabass, Klavier und Akkordeon aus den Boxen perlen. Damit erzeugt Ina Müller eine wohlige Stimmung, die sich über die gesamte Spielzeit des Albums erstreckt, das keinen einzigen Ausfall aufzuweisen hat.

Anspieltipps:

  • Ich ziehe aus
  • Auf halber Strecke
  • Allein durch Hamburg
  • So was passiert mir heut’ nicht mehr
  • Hoffentlich ist der Sommer bald vorbei
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