Chris De Burgh - The Storyman - Cover
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Chris De Burgh The Storyman


  • Label: EDEL Records
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Chris de Burgh ist vielen sicher nur als Sänger der radiokonformen Ballade „The lady in red“ bekannt. Der irische Musiker hat jedoch wesentlich mehr zu bieten als nur Kitsch und Pathos, wie sein neuestes und ambitioniertestes Werk „The storyman“ offenbart. Flankiert von zwei (!!) Booklets liegt die CD im hübsch aufgemachten Digipak. Eines ist für die Texte und die beteiligten Künstler verantwortlich und das zweite beschäftigt sich mit den Geschichten die hinter den einzelnen Stücken stecken.

So erfährt man bereits vor dem ersten Hördurchgang, dass de Burgh nicht nur mit Phil Palmer (Gitarre), Richard Cardwell (Keyboard), Michael Féat (Bass), Geoff Dugmore (Schlagzeug, Perkussion) und Pandit Dinesh (Perkussion) zusammengearbeitet hat, sondern sich auch das Royal Philharmonic Orchestra in die Abbey Road Studios in London bestellt und unter anderem The Mahotella Queens, den London Russian Choir oder The Marlborough College Chamber Choir für „The storyman“ verpflichtet hat. Ein äußerst aufwendiges und anscheinend besonders emotionales Unterfangen, das den Hörer „auf eine Reise durch Raum und Zeit“ einladen soll.

Das sich dieses gleichzeitige Kleckern und Klotzen ausgezahlt hat, wird nicht nur im berührenden, in klassischer Instrumentierung gehaltenen Opener „The storyman theme“ offensichtlich, auch in den restlichen Stücken verzaubern die perfekt arrangierten Melodien, die durch die Stimme des 58-Jährigen untermalt werden. Das die Grenze des überbordenden Kitsch nicht nur einmal überschritten wird, zeigen die stilleren Tracks „The grace of a dancer“, „Leningrad“ oder „The shadow of the mountain“, in denen sich die Elegie der Streicher in selbigem suhlen, wenn auch mit einer Offensichtlichkeit, dass sie weder stören noch zum Ärgernis werden.

„Ich möchte, dass die Hörer sich wie in einem Kino vorkommen, in dem mit den ersten Takten der Overtüre von „The storyman“ das Licht erlischt und in dem sich die Zuhörer dann auf eine Reise in die Welt ihrer Fantasie begeben, dorthin, wo die Träume beginnen und alles möglich ist.“ lässt uns de Burgh wissen und trällert in „Raging storm“ gemeinsam mit Kristyna Myles „I will rise where others fall / I will be there where the eagles fly“ und durchbricht damit ein weiteres Mal die Mauer, die Songs davon abhält chartkompatibel und dennoch unpeinlich zu sein. Das Herzstück „The mirror of the soul“, das sich über neun Minuten erstreckt und in drei Teile unterteilt wurde, beinhaltet im Prinzip die gesamte Idee des neuen Werkes: Musik kann Abenteuer im Kopf sein. Dass sie in dieser Intensität von Chris de Burgh kommt, hätte man wohl nicht gedacht.

Anspieltipps:

  • Leningrad
  • The Storyman Theme
  • The Mirror Of The Soul
  • The Shadow Of The Mountain
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