Naomi - Aquarium - Cover
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Naomi Aquarium


  • Label: Daredo/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Aquarium“ lautet der Titel des dritten Longplayers der aus Berlin stammenden Gruppe Naomi. 2004 ernteten sie großes Lob für ihr Album „Pappelallee“. Die Süddeutsche Zeitung zog Vergleiche zu der französischen Elektro-Pop-Größe Air und den Pet Shop Boys. Eine „perfekte Balance zwischen bittersüßen Harmonien und entspannten Rhythmen ...“ wurde Naomi von der Süddeutschen Zeitung bescheinigt und auch andere Magazine waren voll des Lobes.

„Aquarium“ ist eingängiger und poppiger als der Vorgänger geraten, was die erste Single-Auskopplung „Another Bite Of The Apple“ beweist. Die dichten Synthie-Teppiche und die sphärischen Samples wurden stark reduziert und durch minimale Arrangements ersetzt. Gitarre und E-Piano bilden die Grundlage für den veränderten Sound Naomis, der oft lakonisch anmutet. Teilweise mischt sich der Synthesizer in die Songs und beschert ihnen etwas mehr Klangvolumen.

Naomi haben sich ihre eigene kleine Nische erarbeitet und der Vergleich mit Air erscheint 2006 doch unfair – zu eigenständig ist der neue, reduzierte Klangkosmos Naomis. Allerdings lädt der veränderte Sound nicht mehr zum träumen ein. Die Augen schließen und einfach mal mit seinen Gedanken wegdriften klappt hier mitnichten. Wo der Opener „Personal Big Bang“ noch mit seinem basslastigen Groove und den spärlichen elektronischen Spielereien zu überzeugen weiß, werden hier und da die großflächigen Soundlandschaften doch vermisst, zum Beispiel im monotonen „Nothing“, das nicht richtig zünden will und einfach nur langweilt. Auch „How Many Loves“ fehlt es an dem zwingenden Spannungsbogen. Auch wenn Naomi ansonsten Eigenständigkeit bescheinigt werden kann, klingt das schwache „Needle On The Record“ wie eine Mischung aus Daft Punk und Console und treibt richtungslos dahin. Das ist leider bei vielen Songs auf „Aquarium“ das Manko – den Tracks fehlt es oft an dem gewissen Etwas und der Funke will nicht richtig auf den Hörer überspringen.

Das beschwingte „Perfect Day In Hell“, der schwebende Song „Relax She Said“ und das aus einem Piano-Sample von Diana Krall’s „Departure Bay“ bestehende „All I Need“ bilden da einige wenige Ausnahmen. Hier verbinden sich Gefühl, Eingängigkeit und etwas Verquertheit zu einem harmonischen Ganzen.

Anspieltipps:

  • Personal Big Bang
  • Perfect Day In Hell
  • Relax She Said
  • All I Need
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