Marquess - Marquess - Cover
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Marquess Marquess


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 37 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Gewöhnliche, mediterran interpretierte Chartbänke.

Marquess, bekannt durch ihren „verspäteten” Sommerhit „El Temperamento”, der sich gerade in die Top Ten der Single-Charts geschraubt hat, haben ihren Debüt-Silberling auf den Markt gebracht und machen sich auf, mediterranes Flair und spanische Leidenschaft in das immer herbstlicher anmutende Deutschland zu transferieren. Der in Hannover beheimatete Sänger des Quartetts, Sascha Pierro, ist Sohn einer Deutschen und eines Italieners, von dem sein südländisches Aussehen stammt. Ungewöhnlich daher sind die überwiegend spanischen Texte. Es wird auf dem Album aber auch italienisch („Io Pensa A Te“) und englisch („Sorry & Goodbye“, „Somebody’s Dancing“) gesungen. Dominik Decker (Gitarre), Christian Fleps (Keyboard) und Marco Heggen (Bass, Keyboard) bilden das Rückgrad für Pierros Gesang. Dazu sind noch ein paar featured Artists auf „Marquess“ zu hören, wie zum Beispiel Mariha in „Una Pregunta“. Die anderen Gastsänger/-innen sind noch weitestgehend unbekannte Künstler.

Spanisch wird das Album mit „Mi Sentido (No Me Falta Nada Mas)“ eröffnet. Mit Akustik-Gitarre, Percussion, einem Synthie-Beat und später einsetzenden Bläsern wurde hier eine tanzbare Latin-Dance-Nummer eingespielt. „Que Calor“ ähnelt dem ersten Track vom Arrangement sehr deutlich, allerdings ist der Salsa-Rhythmus etwas anspruchsvoller als der 2/4 Beat des Vorgängers. Die Hitsingle „El Temperamento“ sollte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Es folgt mit „Sorry & Goodbye“ eine abgenutzte Ballade im Stile von US5’s „Mama“ und Konsorten und es würde nicht verwundern, sollte diese Schnulze als nächste Single ausgekoppelt werden. Mit „Solamente Tu (El Cajon)“ werden mutigere Töne angeschlagen. Der Song erinnert etwas an rumänische Volksmusik, wirkt aber etwas uninspiriert und eintönig.

„Somebody’s Dancing“ und „No Te Sorprendas“ sind zwei weitere tanzbare Stücke. Vor allem Letzteres entwickelt sich von einer einsamen akustischen Gitarre zu einem echten Club-Hit mit energiegeladenen Synthie-Streichern und drohenden Percussion. Etwas Neues ist das aber alles nicht. Dann folgt der beste Track der Platte: Ein jazziges Saxophon leitet „Una Pregunta“ ein, das sich schnell als unaufdringlicher popiger Latin-Jazz erweist. Marihas dezent erotischer Gesang harmoniert wunderbar mit dem instrumentellen Background und ein Stück Kuba wird einem nach Hause gebracht. Das rockige „El Camino“ könnte auch von Eros Ramazzotti stammen, fügt dem Album aber eine neue Farbe hinzu und sticht wie „Una Pregunta“ aus dem meist einheitlichen Salsa-Pop-Brei heraus. „Io pensa A Te“ ist die gefühlvolle Nummer um das Feuerzeug aus der Tasche zu holen und einen Konzertsaal in ein romantisches Lichtermeer zu verwandeln. „2 Minutos“ im Anschluss sänkt das Niveau leider wieder und wirkt eher wie Füllmaterial, ist mit seinen gut zwei Minuten Spielzeit aber auch das kürzeste Stück des Albums.

Marquess haben mit „El Temperamento“ bereits die erste Top-Ten-Single veröffentlicht und auch die meisten anderen Songs sind gewöhnliche, mediterran interpretierte Chartbänke, die man alle schon irgendwie zu kennen scheint. Überraschend hingegen sind die Tracks acht bis zehn, die sich von dem restlichen Material abheben und dem Album einen „bunteren“ Anstrich verleihen.

Anspieltipps:

  • Una Pregunta
  • El Camino
  • Io Pensa A Te
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