Sleey Brown - Mr. Brown - Cover
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Sleey Brown Mr. Brown


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Es treffen sanfte, sinnliche Sounds und schmachtender Falsett-Gesang auf Texte voller Gefühl und Tiefgang, futuristischer Soul-Sound verbindet sich mit dem Roots-Appeal alter Al-Green- und Marvin-Gaye-Klassiker“ – so heißt es zumindest in dem Promotiontext zu Sleepy Browns Debütalbum „Mr. Brown“. Und nein, hier ist nicht die Rede von einem Verwandten des „Godfather of Soul“, James Brown, sondern von dem Organized Noize-Member, der für Outkasts Megahits „So fresh and so clean“ und „The way you move“ verantwortlich ist.

Eine gewisse Ähnlichkeit zum Altmeister hat Sleepy dann doch. Denn er widmet seine Musik ausschließlich den Ladies und das macht er nicht in dem gewohnten R’n’B-Sounds à la Usher, oh no – Mr. Brown hat sich etwas ganz Besonderes für uns ausgedacht. Wie der Einleitungssatz schon sagt, präsentiert sich Sleepy auf seinem Debüt mit äußerst kreativen Sounds und Texten, die stark an die 70er angelehnt sind und an den Outkast-Sound erinnern. Für sein 13-Lieder-Debüt hat Mr. Brown nur wenige Gäste ins Studio geladen, die allerdings hochkarätig sind: Pharrell, Big Boi, Joi und Outkast geben sich die Ehre, wobei Big Boi sozusagen zur Familie gehört. „In vielerlei Hinsicht ist Big Boi für mich immer so etwas wie ein kleiner Bruder gewesen. Es ist einfach toll, dass wir jetzt, nach all den Jahren, immer noch zusammen arbeiten und dabei auch beide immer noch das gleiche Ziel verfolgen, nämlich großartige Musik zu machen.“, sagt Sleepy über seine enge Freundschaft mit Outkast-Mastermind Big Boi und hat damit gar nicht mal so Unrecht. Denn großartige Musik findet man auf jeden Fall auf seinem Longplayer „Mr. Brown“, das sich hervorragend für ruhige Stunden eignet.

Mit der ersten Single „Margarita“ startet Sleepy gleich mit einem von den Neptunes produzierten Sound und den Gastauftritten von Pharrell und Big Boi durch. Neben den Handclaps, dem Bongo-Beat und einem unterlegten Orgel-Sound, bietet Sleepy gleich mit seiner ersten Single einen Ohrwurmverdächtigen Refrain, tollen Text und genialen Beat. Gute Voraussetzung für das darauffolgende „Get 2 it“, das sich durch einen schnellen Piano-Beat auszeichnet, welches ein wenig an ein Prince-Stück erinnert. Danach folgt die jazzig angelegte Nummer „Dress up“ und „One of dem nights“, in der Sleepy Mal mit einer tiefen und hohen Stimme sein singerisches Talent beweist. In „Me, my baby and my Cadillac“ dreht Sleepy erst so richtig auf und lässt seine zuvor etwas zurückgehaltene Stimme freien Lauf, die luftig leicht über dem Beat schwebt und richtig Laune macht. Mit einem von R’n’B-Sängerin Ciara angelehnten Tanzsound („Come dance with me“), fehlt ein sogenannter Clubbanger natürlich auch nicht und bringt eine gelungene Abwechslung von den vorigen ruhig gehaltenen Liedern.

Die einzige schwache Leistung von Sleepy Brown findet sich bei „Underwater love“, wo er anscheinend übermäßig kreativ sein wollte. Denn der Beat hört sich, was der Titel schon sagt, wie „unter Wasser“ an und passt überhaupt nicht zu den restlichen Lieder, da Sleepys Stimme auch noch etwas vom Computer verzerrt wurde. Ausglätten tut der Gute seinen kleinen Fehltritt aber dann auch direkt in „I can’t wait“ und das sogar vier-, wenn nicht sogar fünffach. Denn der letzte Song auf „Mr. Brown“ bietet eine Mischung aus HipHop, R’n’B, Klassik und Funk und kann zusammen mit Outkast schon jetzt als definitiver Hit gelten. Tja, die Mischung macht es halt aus und Sleepy Brown hat dies mit seinem Debütalbum „Mr. Brown“ sehr gelungen geschafft. Vielleicht wird dem Guten ja dann auch endlich bald mal die Ehre zu teil, einen der begehrten Preise in den Händen zu halten. Wir wünschen viel Erfolg!

Anspieltipps:

  • Get 2 it
  • Margarita
  • I can’t wait
  • Come dance with me
  • My, my baby and my Cadillac
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