Ludacris - Release Therapy - Cover
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Ludacris Release Therapy


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„I’m fearless like Jack the Ripper, HipHop needs help so I’m back to flip up!”, kündigt Ludacris alias Christopher Brian Bridges in seinem Song „Girls gone wild” an und verwirklicht seine Ansage mit seinem fünften Studio-Album “Release Therapy”. In dem 63-minütigen Spektakel, lässt der „Bedroom-Gangster”, wie er sich selbst auf dem Track „Money maker“ nennt, seine ganze Frust und Wut heraus und nennt in seinen Liedern so ziemlich jeden wichtigen Star, den es zurzeit in Amerika gibt. Da wären zum Beispiel Angelina Jolie und Brad Pitt neben Kiefer Sutherland, T.I. oder Jay-Z. Nicht zu vergessen ist, dass Luda die Anspielungen auf seine Kollegen in genial verdrehten Sätzen, wie in „Ultimate satisfaction“, wiedergibt: „them coke’s been kick and pushed in this fiasco like Lupe“. Klar, dass Luda hier auf Lupe Fiasco’s „Kick, Push“ aufmerksam macht. Sowieso erwarten einem auf „Release Therapy“ unzählige verdrehte und intelligente Reime, wie man sie auch von Ludacris, dem Mr. Dirrty South, gewohnt ist. Zur Seite stehen dem 28jährigen Rapper Produzenten wie The Neptunes, Trak Starz, Dre & Vidal, Polow da Don, The Runners oder Kenjo und am Mikrofon begleiten ihn neben Mary J.Blidge, Pharrell Williams, R. Kelly und Young Jeezy auch seine Schützlinge Bobby Valentino und Field Mob von seinem Label Disturbing Tha Peace.

Der Anfangstrack „Grew up a screw up“ ist mit dem Notorious-B.I.G.-Sample und mit der Unterstützung von Newcomer Young Jeezy ein gelungener Gangsta-Song und ein eigenes Loblied von Luda an Luda, was man allerdings auch noch in mehreren anderen Songs zu hören bekommt. Die erste Single „Money maker“ mit Pharrell Williams handelt, wie nicht anders zu erwarten, von Geld und Frauen und ist mit einem schönen und ruhigen Neptunes-Beat unterlegt, worauf die Fans schon lange gewartet haben. Denn Ludacris und die Neptunes arbeiteten bereits sehr erfolgreich bei seinem erstem Hit „Southern hospitality“ aus seinem Debütalbum „Back For The First Time“ vor sechs Jahren zusammen und nun vereinte sich das Dreamteam für Ludas fünftes Album. Mit „Girls gone wild“ bringt Ludacris gekonnt seinen schnelle Rap und den Beat in einen Einklang und spricht auch das Problem von der derzeitigen Situation im HipHop an.

Ein weiterer Track, indem Luda sich selbst als den Besten darstellt, ist „Mouths to feed“, wo Mr. Dirrty South erklärt, dass auch er Geld verdienen muss, um seine Familie zu versorgen und um seine Artists, Angestellten und Bodyguards zu bezahlen. Daneben erwähnt er noch mal kurz: „I’m the fucking future! I’m a working machine“ und präsentiert mit dem Beat, Rap-Rhythmus und Refrain einen typischen Ludacris-Song. Richtige R’n’B- und Ladiestracks packt Ludacris mit „End of the night“ mit Bobby Valentino und „Woozy“ zusammen mit R. Kelly auf sein Album. Die beiden Lieder unterscheiden sich nur ein wenig von der Schnelligkeit und gehen sozusagen geschmeidig ineinander über. Der chillige Sound wird allerdings von den darauffolgenden Songs „Tell it like it is“, „War with god“ und „Do your time“ unterbrochen, in denen sich Ludacris von seiner harten Seite zeigt. In „Tell it like it is“ klärt er erst einmal die Möchtegern-Rapper über das harte HipHop-Business auf und erwähnt auch seinen Streit mit Chingy, indem er ihm alles Gute wünscht, jedoch in Zukunft nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte. Mit den Worten „Unless I'm still in competition with my president, and believe that I’m supportin’ the Hova, ‚cause the industry’s shady, it needs to be taken over’“, macht Ludacris geschickt eine Anspielung auf die Probleme mit Def-Jam-Chef Jay-Z alias Hova und die Machergreifung von Shady Records (Eminem, 50 Cent und Co.), die seiner Meinung nach unbedingt gestoppt werden muss.

Mit einem Sample von Billy Paul beginnt der Track „War with god“, der nicht so kritisch ist, wie der Titel selbst. In dem Song disst Ludacris allen Anschein nach einen anderen Rapper, nennt jedoch nicht seinen Namen. In einem Interview soll Luda jedoch gesagt haben, dass er sich in dem Track selbst disst, was man zwar nicht nachvollziehen kann, wenn man den Song hört, aber na gut. Den ultimativen Knast-Song, der jeden Insassen dazu auffordert Ruhe zu bewahren und die Zeit gut zu nutzen, bietet Luda mit „Do your time“, wo er von Beanie Sigel, Pimp C und C-Murder unterstützt wird. Die vier MCs rappen über wahr Freunde und Kommunikation, die im Knast am Wichtigsten ist, und haben einen richtigen „Nicht unterkriegen“-Song geschrieben. In den beiden vorletzten Songs auf „Release Therapy“ zeigt sich Ludacris, der sich übrigens seine Markenzeichen-Cornrows abgeschnitten und durch einen Kurzhaarschnitt namens Fade ersetzt hat, sehr nachdenklich. Mit „Slap“ kritisiert Luda die Regierungsweise von US-Präsident Bush und spricht das aus, was alle denken: „President Bush could give a damn about our ass, so I don’t wana hear shit that he has to say Troops gone and we still at war, nobody even really know what for“.

In dem Song „Runaway love”, wo er von Mary J. Blidge unterstützt wird, erzählt Luda eine tragische Geschichte von vier jungen Mädchen, deren Mutter entweder drogensüchtig oder der Vater Alkoholiker ist und seine Tochter misshandelt oder ein Mädchen schwanger ist und ein anderes Mädchen auf offener Straße erschossen wird. Der herzzerreißende Song ist ein Remake von Tu Pacs „Brenda’s got a baby“ und Luda sagt dazu: „Ich dachte viel an meine eigene Tochter, als ich „Runaway love“ geschrieben habe. Eine Tochter zu haben, hat mich regelrecht dazu gezwungen, meinen Horizont zu erweitern und, gerade was Frauen betrifft, ein besserer Zuhörer zu werden. Auch wenn ich alles andere als perfekt bin, kann ich versuchen, der perfekte Vater zu sein.“ Und um Vergebung seiner Sünden bittet Luda dann im letzten Song „Freedom of preach“, der über sieben Minuten lang andauert. In dem gospeligen und religiösen Track spricht Ludacris direkt zu Gott und wird dabei von Bishop Eddie Lee Long unterstützt. Ebenfalls konnte Luda es sich nicht nehmen lassen, um auch für Oprah Winfrey mit den Worten „Forgive Oprah for editin most of my comments off her show“ um Vergebung zu beten. Denn Oprah hatte Ludacris 2006 in ihrer Show heftig kritisiert, was Luda ihr allem Anschein nach ja nun vergeben hat.

Nach circa 63 Minuten, 13 Tracks und einem Intro ist Ludacris dann auch mit seiner musiktherapeutischen Behandlung am Ende angelangt und hinterlässt einen schönen HipHop-Geschmack nach bekannter Ludacris Art.

Anspieltipps:

  • Money maker
  • Girls gone wild
  • End of the night
  • Tell ik like it is
  • Do your time
  • Runaway love
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