Daz - So So Gangsta - Cover
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Daz So So Gangsta


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In Deutschland werden nur wenige eingefleischte HipHop-Fans von Daz Dillinger, dem selbsternannten „Dogg Pound Gangsta“ gehört haben. Delmar Arnaud, so heißt Daz mit bürgerlichem Namen, hat zwar schon mit den ganz Großen im HipHop zusammen gearbeitet, stand allerdings die meiste Zeit im Schatten der Stars. Für namhafte Künstler, wie 2Pac, Dr. Dre oder Snoop Dogg, bastelte Daz Beats zusammen und konnte erstmals auf Dr. Dres Meilenstein-Album „The Chronic“ und dem darauffolgenden Debütalbum von seinem Cousin Snoop Dogg, „Doggstyle“, sein Talent unter Beweis stellen. Das Album „Tha Dogg Food“, welches Daz 1995 mit Rapper Kurupt unter dem Namen Tha Dog Pound veröffentlichte, erhielt dreifachen Platinstatus und wurde zu einem der erfolgreichsten Westcoast-Gangsta-Alben unserer Zeit. Mit seinem 1998 veröffentlichten Solo-Debütalbum „Revenge, Retaliation & Get Back“ machte Daz aka Dat Nigga Daz klar, dass noch viel von ihm zu erwarten war. Bis heute hat Delmar Arnaud auf seinem Gangsta Advisory-Label 17 Alben veröffentlicht und im kommenden Jahr soll sogar sein Regiedebüt in dem Film „Summer Vacation“ in die Kinos kommen.

Mit „So So Gangsta“ präsentiert Daz nun sein nächstes Westcoast-Gangsta-Rap-Album und weist ironischerweise schon mit seinem Albumtitel auf seine Zusammenarbeit mit So So Def Member Jermaine Dupri hin. Mit seinem neuen Album bekommen die Fans und vielleicht auch neue neugierige HipHop-Begeisterte den typischen Dogg-Pound-Sound zu hören, der den klassischen Westcoast-Sound wiederspiegelt. Auf Dazs Gästeliste sind die drei Top-Produzenten Jermaine Dupri, Scott Storch und No I.D. zu finden und mit Gastauftritten von Rick Ross, Johnta Austin, Snoop Dogg, Soopafly, Avery Storm, Kurupt, Ice Cube, Kid Slim und Jagged Edge hat Daz viele verschiedene Genres zusammen gebracht. Der erste Knaller und Hit-potenzielle Song auf „So So Gangsta“ ist „On some real“ mit Rick Ross, das von pumpenden Bässen und schrägen Keyboard-Sounds geprägt ist. Der Rap von Rick Ross klingt, laut Daz, nach einer Mischung aus Westcoast- und Südstaaten-Sound und passt perfekt zum Beat. Der darauffolgende Track „Rat a tat tat“ bietet zwar einen tollen Beat und eine Gangsta-Hymne, die an den Rapper DMX erinnert, zählt ansonsten aber eher zu den schwächeren Liedern auf „So So Gangsta“.

Der fröhliche Song „Weekend“ ist mit Johnta Austin und dem Laid-Back-Flow von Daz eine gute Mischung aus HipHop und R’n’B. Der chillige Style wird in „DPG fo’ life“ mit Cousin Snoop Dogg und Soopafly fortgesetzt und huldigt in dem Song die Westcoast und die Dogg Pound Crew, welche hochgelobt wird. Sänger Avery Storm unterstützt Daz in „Badder than a mutha“ mit einem schönen zum Rhythmus passenden Gesang und das im Hintergrund spielende Klavier und der schnelle Rap von Daz, machen den Track perfekt. Den klassischen Dogg Pound Sound bekommt man in dem von Scott Storch produzierten „Money on my mind“ auf die Ohren, wo das „Tha Dog Pound“-Team Daz und Kurupt endlich wieder vereint sind. Sie setzen mit dem Track ihre Erfolgsstory von dem dreifach gekrönten Platin-Album „Tha Dogg Food“ fort und präsentieren mit nachdenklichen Raps, die in der letzten Strophe immer schneller werden, eine tolle Hommage an die alten Dogg Pound Zeiten.

Zu den schwachen Songs von „So So Gangsta“ zählen auch „Strizap“ mit Ice Cube und „Dangerous“ mit The Kid Slim, die sich mit dem einfachen und monotonen Beats, fast gleich anhören. „Strizap“ wird andauernd von Pistolenschüssen unterbrochen, was eigentlich immer nervig ist, aber leider noch sehr oft auf HipHop-Songs als Special Effect verwendet wird und der Track „Dangerous“ drängt den Hörer durch den extrem lauten Refrain dazu, die Lautstärke zurück zu drehen. Mit dem Song „All I need“ präsentiert Daz einen sehr gelungen Freestyle-Flow, der besonders fürs Auto fahren oder besser gesagt, fürs cruisen geeignet ist. Von diversen Radiosendern in Los Angeles wird der Track bereits hoch und runter gespielt und Daz selbst erinnert die Nummer mit dem Street-Appeal an Eazy-Es „Boyz-N-The Hoods“.

Ein sehr persönlicher Song, der sich ausnahmsweise mal nicht mit der Westcoast oder dem Gangster-Dasein auseinandersetzt, ist „The one“ mit der R’n’B-Boyband Jagged Edge. „Es ist ein sehr persönlicher Song über die schwierigen Phasen, die jeder in einer Beziehung irgendwann durchmacht. Man streitet sich, rastet aus, trennt sich und versöhnt sich wieder. In einer Beziehung kann alles Mögliche passieren.“, erzählt Daz über die Entstehung seines Songs. Jagged Edge runden mit ihrem „J.E.“-Style den Track noch weiter ab und schließen „So So Gangsta“ im Durchschnitt sehr gelungen ab. Wenn da nicht noch der Song „Dat’s dat *****“ wäre, der mit dem Beat an eine 50-Cent-Version erinnert und eigentlich auch weggelassen werden könnte. Der Track ist ein Song über Daz selbst und ist eher überflüssig, da er schon wieder das Gangsta-Image präsentiert, das schon auf mehreren anderen Songs auf „So So Gangsta“ zu hören ist. Doch damit bleibt sich Daz seinen Wurzeln treu, da seine Songthemen eigentlich immer von seinem Leben an der Westküste handeln. Wer also ein Westcoast-Fan ist oder mit den verschiedenen Styles der Küsten Amerikas nichts am Hut hat, könnte in „So So Gangsta“ ein interessantes HipHop-Album finden, was sich ein wenig vom alltägliche Mainstream-Rap abwendet.

Anspieltipps:

  • On some real
  • Weekend
  • DPG Fo’ Life
  • Badder than a mutha
  • Money on my mind
  • The one
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