H.I.M. - Uneasy Listening Vol. 1 - Cover
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H.I.M. Uneasy Listening Vol. 1


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 73 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

So ist das, wenn man nach vielen erfolgreichen Jahren die Plattenfirma wechselt. Die Rechte an den Liedern bleiben bei der alten Firma und diese scheut sich nicht, soviel wie möglich Profit daraus zu schlagen. So ist es schon vielen Künstlern ergangen und nun auch den finnischen Düsterrockern von HIM, die nach acht Jahren vom Indie Gun Records zum Branchenriesen Warner Music wechselten, um vor allem den amerikanischen Markt zu knacken. Wirklich funktioniert hat das bis jetzt nicht. Und während die Finnen an ihrem nächsten Langdreher für Warner arbeiten, wirft ihr altes Label eine Kopplung auf den Markt, die vorwarnend als „Volume 1“ gekennzeichnet ist.

Wir harren also der Dinge die noch kommen mögen (Volume 2 bis ???) und befassen uns mit „Uneasy Listening“, einer Sammlung von 15 Balladen aus den Alben „Greatest Lovesongs Vol. 666“ (1998), „Razorblade Romance“ (2000), „Deep Shadows & Brilliant Highlights“ (2001) sowie „Love Metal“ (2003). Damit die Geschichte aber überhaupt einen Wert hat, handelt es sich bei sämtlichen Stücken um alternative Versionen, Remixe, Unplugged Versionen und Radio Edits. Davon sind ganze fünf Stück bisher unveröffentlicht – und zwar „Join me in death“ im Strongroom Mix, „Close to the flame“ als DT Mix, „One last time“ im Rockfield Madness Mix, „The path“ in der P.S. Version und last but not least „Lose you tonight“ als Thulsa Doom Extended Version.

Diese Alternativen machen zwar nicht immer Sinn, zum Beispiel wenn „Wo ist eigentlich der Unterschied zum Original?“-Versionen von „Join me in death“ und „When love and death embrace“ erklingen oder „The funeral of hearts“ als Akustikversion noch eine Spur weinerlicher als die Urversion ausfällt. Aber interessant ist dieses Album allemal. Etwa wenn „Close to the flame” noch morbider als im Original daherkommt, „The sacrament“ noch sakraler ausfällt (ja, das geht!) und „Buried alive by love“ offenbar als getarntes Demo im Schepperklang – genannt „Deliverance Version“ – untergebracht wird. Komödiantischer Höhepunkt ist übrigens die swingende Tanzversion von „It’s all tears“, mit einem entfesselt croonenden (!) Ville Valo – das muss man definitiv gehört haben. „Uneasy Listening“ in seiner Gesamtheit dagegen nicht. Das Album ist mehr etwas für die beinharten Fans, die einfach alles von Ville und Co. im Schrank stehen haben wollen.

Anspieltipps:

  • Gone with the sin (O.D. Version)
  • In joy and sorrow (String Version)
  • Close to the flame (The Rappula Tapes)
  • Buried alive by love (Deliverance Version)
  • Please don’t let it go (Rockfield Madness Version)
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