Ray LaMontagne - Trouble - Cover
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Ray LaMontagne Trouble


  • Label: 14th Floor/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zehn Songs umfassende Werk kommt auf den ersten Blick reichlich unspektakulär rüber. Aber dann...

Wenn ein Album, das ursprünglich im Oktober 2004 auf einem Indie-Label auf den Markt kam, zwei Jahre später von einem Major nochmals in die Läden gestellt wird, dann muss etwas dran sein an den Songs und an dem Künstler. Dann wittern die A&R-Leute das große Geld und der Vorwurf des Ausverkauf wird diskutiert. Vielleicht ist aber auch einfach die große Chance für einen Künstler wie den 32jährigen Ray LaMontagne gekommen, der von seinem Independent-Debüt „Trouble“ bereits rund 400.000 Exemplare absetzten konnte.

Das zehn Songs umfassende Werk kommt auf den ersten Blick reichlich unspektakulär rüber: Verspieltes Artwork, vermutlich von einem befreundeten Maler angefertigt, akkurate Auflistungen aller beteiligten Musiker bei jedem einzelnen Song im auf Öko-Papier gedruckten Booklet und weit und breit kein Foto des Künstlers zu sehen. Ganz klar, das hier ist todernste Singer/Songwriter-Ware. Live, in nur zwei Wochen, zur akustischen Gitarre eingespielt, unter die später etwas Schlagzeug, Bass, Klavier und Streicher gemischt wurden. Okay, das ist nichts Neues. Das kennt man auch von anderen. Hier wurde diese Aufgabe allerdings von einem gewissen Ethan Jones übernommen. Und dieser gibt sich nicht gerade mit zweitklassigen Künstlern ab. Der Haus-und-Hof-Produzent von Ryan Adams betreute immerhin schon Alben von Kings Of Leon und den Jayhawks.

Ray LaMontagne hat eine Charakterstimme: Heiser, brüchig, mit viel Soul und Blues getränkt. Das sorgt für Gänsehaut. Dazu kommen Texte, die natürlich verflossene Freundinnen besingen – wie sollte es auch anders sein? – und sich ganz tief in Trauer und Leidenschaft suhlen. Authentischer können Gefühle nicht rübergebracht werden, so dass sich für das Debüt dieses Musikers aus New Hampshire nur ein Vergleich mit dem (ebenfalls) Debüt von Damien Rice finden lässt. Dessen Meisterwerk „O“ wurde im Februar 2002 im kleinen Rahmen herausgebracht und zwei Jahre später über dasselbe Label wie im Fall von Ray LaMontagne (14th Floor/Warner Music) im großen Stil wiederveröffentlicht. Das Ganze hat also System und zahlt sich aus. Denn so kommen auch wir endlich in den Genuss eines ganz feinen Singer/Songwriter-Albums, dessen Nachfolger schon seit zwei Monaten auf dem Markt ist. Mal schauen, wie lange man uns „Till The Sun Turns Black” diesmal offiziell vorenthalten will.

Anspieltipps:

  • Jolene
  • Hannah
  • Trouble
  • How come
  • Narrow escape
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