The Doors - Perception - Cover
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The Doors Perception


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 800 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die tresorartige Verpackung wiegt ca. 1,5 Kilogramm, hat ein hübsches Guckloch in der Form eines Türspions und erübrigt allein damit die Frage, ob sich die Anschaffung lohnt.

Die kalifornische Band The Doors stellt auch 33 Jahre nach dem offiziellen Ende der Gruppe im April 1973 ein schier unbeschreibliches Phänomen dar, das junge und alte Fans begeistert. Mit ihrem stark ausgeprägten Geschäftssinn halten die verbliebenen Musiker das Rad am Laufen und füllen sich die Taschen. Es sei ihnen gegönnt. Jetzt feiern The Doors ihr vierzigjähriges Bandjubiläum, das die Gelegenheit für eine Rückschau der ganz besonderen Art gibt.

Sechs Studioalben brachten The Doors in der Besetzung Jim Morrison (Gesang), Ray Manzarek (Orgel), John Densmore (Drums) und Robbie Krieger (Gitarre) zwischen 1967 und 1971 auf den Markt. Nach dem rätselhaften Tode Morrisons, am 03. Juli 1971, versuchten die verbliebenen Bandmitglieder zuerst auf eigene Faust weiterzumachen. Doch die Alben „Other Voices“ (1971) und „Full Circle“ (1972) konnten trotz einiger guter Ansätze nicht die Magie eines Doors-Albums mit Jim Morrison am Mikrophon erzeugen. Sieben Jahre nach dem Ableben ihres einzigartigen Frontmannes veröffentlichten Manzarek, Krieger und Densmore unter dem Titel „An American Prayer“ (1978) Aufnahmen von Jim Morrisons Gedichten, die er kurz vor seinem Tode aufgenommen hatte. Seine alten Bandkumpel unterlegten die Texte nachträglich mit Musik und zollten „Mr. Mojo Risin“ auf diese Art ihren Respekt.

In den 80er Jahren erkaltete das Interesse an den Doors etwas. Doch mit der Oliver-Stone-Verfilmung „The Doors“ (1991), mit einem kongenialen Val Kilmer („Top Gun“, „The Saint“) in der Hauptrolle, nahm die posthume Begeisterung ungeahnte Züge an. Jahr für Jahr versorgen die restlichen Doors seitdem den lechzenden Markt mit vermeintlich neuen Veröffentlichungen in Form von umfangreichen Box-Sets, Raritätensammlungen, offiziellen Bootlegs, speziellen Live-Alben und digital remasterten Studioalben. Dazu reformierten sich Ray Manzarek und Robbie Krieger zusammen mit Ian Astbury (Gesang) sowie Ty Dennis (Drums) als Doors Of The 21st Century, um auch das Live-Publikum zu bedienen. Außerdem wird noch immer gemunkelt, dass die inzwischen in Riders On The Storm umbenannte Band ein Studioalbum auf den Markt bringen will.

Vorher ist es aber wieder mal an der Zeit, den kompletten Back Katalog aus der Zeit mit Jim Morrison am Mikro in Form einer opulent gestalteten Box auf den Markt zu werfen. Das ist natürlich nichts Neues mehr, siehe „The Complete Studio Recordings“ aus dem Jahr 1999. Doch die verblieben Doors-Mitglieder haben sich etwas einfallen lassen. Die Band war nämlich bei der Zusammenstellung des limitierten Box-Sets „Love/Death/Travel“ (02/2006) auf die Idee gekommen, einzelne Titel remixen (z.B. von Crystal Method und Paul Oakenfold) bzw. auf den neuesten Stand der heutigen Tontechnik bringen zu lassen (Dolby Digital DTS 5.1 Surround Sound). Zusammen mit ihrem langjährigen Toningenieur Bruce Botnick entstand so die sechs CDs und genauso viele DVDs enthaltende Mega-Box „Perception“, die Ende November (USA), Anfang Dezember (Europa) in die Läden kommt.

Jedes einzelne Studioalbum wurde dabei um rare Bonus Tracks (insgesamt 28 Stück an der Zahl, mit zwei Stunden Spielzeit, darunter Studio-Outtakes, Live-Material und TV-Aufnahmen), Video Clips, Fotogalerien, Liedtexte sowie komplette Neuabmischungen in Raumklang erweitert. Sie stecken nun in feschen Digipacks, die mit ausführlichen Liner Notes (u.a. von Bruce Botnick, David Fricke und Barney Hoskyns), sämtlichen Texten und vielen raren Fotos ausgestattet wurden. Die tresorartige Verpackung wiegt ca. 1,5 Kilogramm, hat ein hübsches Guckloch in der Form eines Türspions und erübrigt allein damit die Frage, ob sich die Anschaffung lohnt. Denn „Perception“ ist der ultimative Altar für jeden Doors-Fan, der die vorherigen Box-Sets in inhaltlicher und optischer Form in den Schatten stellt.

Anspieltipps:

  • Break on through
  • Back door man
  • The end
  • Love me two times
  • Moonlight drive
  • When the music’s over
  • Love street
  • Five to one
  • Touch me
  • Roadhouse blues
  • Waiting for the sun
  • Wild child
  • Been down so long
  • L.A. Woman
  • Crawling king snake
  • Riders on the storm
  • The changeling
  • Cars hiss by my window
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