Eisbrecher - Antikörper - Cover
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Eisbrecher Antikörper


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Jahrhundert-Album, aber eines, das schnell ins Ohr geht, viel Druck macht und trotz der gewissen Dunkelheit in Text und musikalischer Ausrichtung voller Ansporn ist.

Noel Pix (Gitarre, Programming) und Sänger Alexx sind das Herzstück von Eisbrecher, die aus den 2002 beerdigten Megaherz hervorgingen und bereits mit dem selbstbetitelten Debüt (2004) im Gothic/Electro-Sektor einen Achtungserfolg verbuchen konnten. Von der restlichen Musikpresse eher verschmäht, haben sie sich eine beachtliche Fanbase aufgebaut, die nach den Vorab-Singles „Leider“ sowie „Vergissmeinnicht“ nun das Zweitwerk „Antikörper“ begrüßt. Zusammen mit Felix (Gitarre), Maximator (Keyboards, Programming), Renee (Drums) sowie Miguel (Bass) holen sie erneut zu einer brachialen Mixtur aus energetischen Gitarren, unterstützenden Electro-Arrangements und düsteren Liebe/Hass-Lyrics aus, die keine Gefangenen macht und zeigt, dass die so genannten Neue Deutsche Härte-Bands auch ein Leben danach haben.

Natürlich kommen einem beim Hören von „Antikörper“ immer noch die Speerspitzen dieses kurzzeitigen Genres in den Sinn, doch das hier ist kein Versuch, dass alte Klientel zu bedienen, sondern einfach dynamische Musik, die so manchen Trend überdauern wird. Der Titeltrack wird von harten, äußerst treibenden Riffs im Refrain und melancholischen Synthie-Parts in den Strophen getragen, deren Wechselspiel den im Midtempo-Bereich zu ortenden Track lebendig gestaltet. Alexx beherrscht tiefe, atmosphärische Stimmregionen genau so wie aggressives Shouting, wodurch auch hier für Abwechslung gesorgt ist und der Hörer sich nicht nur in flächigen Synthesizer-Passagen fallen lassen kann. Gerade diese Mischung aus lieblichen Elementen und vermeintlich bösen Stakkato-Riffs, die durch das Songwriting sehr erhaben verquickt ist, lässt Eisbrecher die bekannte Düsterklischee-Falle umschiffen, da hier einfach zu viel erfahrene Musikalität regiert und nicht nur schematisch eine Szene bedient wird.

Der einzige, wenn auch nur selten hervorstechende, Wehmutstropfen sind allzu einfache Herzschmerz-Lyrics („Vergissmeinnicht“, „Ohne Dich“). Doch gerade diese Songs beinhalten eine allumfassende Eingängigkeit, dass man diesen Kritikpunkt schnell wieder vergisst und sich neben dem rhythmisch facettenreichen Treiben auch an den einprägsamen Sounds auf „Antikörper“ erfreut. Kein Jahrhundert-Album, aber eines welches schnell ins Ohr geht, viel Druck macht und trotz der gewissen Dunkelheit in Text und musikalischer Ausrichtung voller Ansporn ist.

Anspieltipps:

  • Vergissmeinnicht
  • Entlassen
  • Phosphor
  • Für Immer
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