The Puppini Sisters - Betcha Bottom Dollar - Cover
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The Puppini Sisters Betcha Bottom Dollar


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Puppini Sisters aus London – die brünette Italo-Spanierin Marcella Puppini, die rothaarige Irin Stephanie O’Brien und die blonde Engländerin Kate Mullins – werden als „The first modern Jazz Girl Group” angepriesen. Sie interpretieren den Sound der 40er Jahre als selbsternannten Vintage-Swing-Pop – was mittlerweile nicht mehr als Revolution gilt, meine Damen! – in Form alter Klassiker wie „Bei mir bist du schön“, „Boogie woogie bugle boy“ (Andrews Sisters) und „Heebie jeebies“ (Bowell Sisters), aber auch mit in die Vergangenheit transportierten, zeitgenössischen Liedern.

Das sind zum Beispiel wie „Heart of glass“ (Blondie), „Wuthering hights” (Kate Bush), „I will survive” (Gloria Gaynor) und „Panic” (The Smiths). Nicht fehlen darf in diesem Reigen auch nicht ein Cover von „Sway“, der englischen Version des mexikanischen Liedes „Quien Sera“, das u.a. schon von Michael Bublé, den Pussycat Dolls und Cliff Richard gecovert wurde. Originell ist wirklich etwas anderes...

Bevor das Ganze auf Platte erschienen ist („Betcha Bottom Dollar“), feierten die drei vermeintlichen Schwestern erste Erfolge in einschlägigen Nachtclubs und Spelunken. Eine freudetrunkene Anhängerschaft, nicht ausschließlich aber doch überwiegend männlich, folgte ihnen bald von Auftritt zu Auftritt, denn „Wo wir auftreten, gewinnen wir die Herzen des Publikums“, freut sich Marcella. Gefreut haben dürften sich die Drei auch über den Plattenvertrag mit Universal Music, das die Studentinnen des „Trinity College of Music“ zusammen mit dem Oscar-gekrönten Benôit Charest als Produzenten ins Studio schickte. Das macht Sinn, denn für den Film „Das große Rennen von Belville“ ließ der Franzose einst die Klänge Andrews- und Boswell Sisters aufleben.

Live, z.B. auf der Bühne eines Nachtsclubs, mag das Repertoire der Puppini Sisters funktionieren. Auf Platte fehlt jedoch eine ganze Menge Esprit. Der Gute-Laune-Funke möchte bei den 16 Songs jedenfalls nicht so recht überspringen. Vielleicht weil „Betcha Bottom Dollar“ einfach zu glatt, zu perfekt und so arm an Überraschungen ist. Alles passt zusammen, der schöne Harmoniegesang, die professionelle Instrumentierung und die Songauswahl – doch einen „Das will ich unbedingt haben“-Effekt löst das Album zu keiner Zeit aus. Schade eigentlich.

Anspieltipps:

  • In the mood
  • I will survive
  • Mr. Sandman
  • Heart of glass
  • Wuthering hights
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