The Low Lows - Fire On The Bright Sky - Cover
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The Low Lows Fire On The Bright Sky


  • Label: Monotreme/CARGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die markanten Instrumentalparts heben The Low Lows aus dem leisemalerischen Einheitsbrei mancher Artgenossen hervor.

Als es mit dem Quartett Parker & Lily vorbei war, zog es die noch verbliebenen Bandmitglieder zu den Low Lows, die ihrerseits aus Georgia kommen und dieser Tage ihr Debütalbum „Fire On The Bright Sky“ in der Dämmerung eines von dichtem Nebel empfangenen Herbsttages unterbringen. Als überaus dicht erweist sich dann auch der Sound, welcher diesen melancholischen Pop-Entwurf mit Hang zum Folk und leichten Noise-Ausflügen ungemein stimmig einfängt. Die gelegentlich opulente Instrumentierung umschließt den Hörer und lässt ihn Melancholie atmen, die anhand der romantischen, von P. L. Noon intonierten Lyrics gar nicht mehr so weltuntergangsmäßig erscheint, wie es uns die Töne in Moll weismachen wollen.

Es dauert dann auch nicht lange, bis P. L. Noon mit viel Hall in der Stimme den von Akustikgitarren, blechernen Percussions und tollen Orgelsounds geführten Opener „Dear Flies, Love Spider“ unter seine Fittiche nimmt und es dem Hörer leicht gemacht wird, sich für die Albumlänge von dieser Welt zu verabschieden und in den dichten Sound einzudringen. Jeder, der sich darauf einlassen kann und trotz der Träumerei krachige, verzerrte Ausflüge als Wohlklang aufnimmt, wird die knapp 50 Minuten dieses Debüts von Gänsehaut gezeichnet so manches Mal über sich ergehen lassen. Gerade die immer wieder stilvoll platzierten, nicht aufdringlichen Orgeln und der raue, durch die eng verwobenen Elemente unglaublich mitreißende Sound sind als Eckpfeiler dieser Platte auch nach mehrmaligem Konsum noch bewegend.

Wenn man dieses Wort im emotional zerrissenen Kontext von The Low Lows überhaupt benutzen kann, ist das etwas temporeichere „Velvet“ direkt eingängig und dadurch ungemein wichtig für „Fire On The Bright Sky“, denn die melancholische Langsamkeit der Amerikaner droht manchmal doch etwas trostlos zu werden. In solchen Momenten hilft zum Glück die Steel-Gitarre in „St. Neil“ aus, die wie die Orgeln und Bläsereinsätze („Poor Georgia“) trotz des im positiven Sinne verwaschenen Klangs dieser CD sofort heraus sticht. Diese markanten Instrumentalparts heben The Low Lows schließlich auch aus dem leisemalerischen Einheitsbrei mancher Artgenossen hervor und erlauben es, dem Debüt nicht nur den Herbst über jede Menge stimmungsvolle Erhabenheit zuzusprechen, der das gewisse Etwas nicht fremd ist.

Anspieltipps:

  • Velvet
  • Poor Georgia
  • Dear Flies, Love Spider
  • (No Such Thing As) Sara Jane
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