Chamillionaire - The Sound Of Revenge - Cover
Große Ansicht

Chamillionaire The Sound Of Revenge


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 72 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Success is the best revenge“ – das sind wahre Worte, die H-Town-Rapper Chamillionaire da ausspricht. Mit seinem Major-Debütalbum „The Sound of Revenge“ hat der talentierte MC eindeutig bewiesen, dass er für den Rap geboren ist. Houston, Texas, hat einen neuen Star entdeckt, der für seinen Erfolg hart gearbeitet hat. Chamillionaire schaffte es, ohne jeglichen Labelsupport, sein Album „Get Ya Mind Correct“ sagenhafte 100.000 Mal zu verkaufen und verdiente sich in den Straßen von Houston den Spitznamen „The Mixtape Messiah“. Mit seinen raffinierten Freestyles machte sich der als Hakeem Seriki geborene MC schnell einen Namen auf der Straße und wurde prompt mit Kumpel Paul Wall für ein Freestyle-Intro für die beliebte Radioshow von Michael „5000“ Watts in Houston aufgerufen. Dieser war auch Gründer und Mitbesitzer von Swisha House, einer Produktionsfirma, die kurze Zeit später die beiden Rapper als ihre Stammgäste auf Watts Mixtapes willkommen hieß. Der erste Schritt in die HipHop-Welt war getan, doch Cham schwebte ein eher unkonventioneller MC-Status vor: „Ich wollte nicht einer von denjenigen Rappern sein, die ihre Goldkette hochhalten, um damit Reichtum vorzutäuschen. Das war nichts für mich. Ich wollte mehr als das.“

2002 unterschrieb die Color Changin’ Clique, wie Chamillionaire und Paul Wall sich nannten, einen Vertrag bei Paid In Full, dem Label von Mad Hatter, und veröffentlichten eines der erfolgreichsten Independent-Alben des Jahres. Sogar das HipHop-Magazin The Source wurde auf die Beiden aufmerksam und nominierte ihr gemeinsames Album zum „Indie-Album des Jahres“. Als dann noch Rapper Lil’ Flip für sein Platin-Album „Underground Legend“ Chamillionaire mit ins Studio nahm, wurde er auch außerhalb von Texas bekannt. Mit neuem Selbstvertrauen geprägt, verließ Cham sein Indie-Label und baute sich sein eigenes Label namens Chamillitary Records auf. Dieses bestand aus seinem Bruder Rasaq, der ebenfalls als MC fungierte, und dem einstigen CEO von Swisha House, O.G. Ron C. Der Weg war frei für Chamillionaire und es konnte endlich richtig losgehen. Mit einem neuen Plattenvertrag bei Universal, konnte Cham endlich seinen Traum erfüllen und der Welt zeigen, was er drauf hat.

Mit seinen genialen Texten, selbst gesungenen Hooks und einem Sound und Style, die so abwechslungsreich sind, wie zuletzt bei Lupe Fiasco und Ludacris, präsentiert Cham sein erstes Major-Album mit dem Titel „The Sound Of Revenge“. Bereits mit dem Intro macht „The Mixtape Messiah“ klar, dass er anders ist. Mit einem gekonnten Freestyle-Flow introduced er sein Album und stellt sich selbst als „In Houston I’m number one. The full truth has arrived.“ vor und geht danach geschmeidig in „In the trunk“ über. Der Track bietet einen Knaller-Beat, sowie einen, wie gewohnt, genialen Rap und Hook von Cham. Um ein kurzes Beispiel zu geben: „Universal sent me to bring some realness to the industry, got here, then I realized that ain’t nobody real but me, okay a couple ni**az but none of’ em real as me, tell your favourite rapper he should diss me if he disagree.“.

Die Realness geht auch in dem von Scott Storch produzierten Song „Turn it up” weiter, indem Cham von Lil Flip unterstützt wird. Der Track ist der ultimative „Kopfnicker“-Song und hat einen tollen Refrain. Chamillionaires erste Single „Ridin“ ist ein provozierender und wütender Track gegen die Vorurteile und das Verhalten der Cops und ist zusammen mit „Southern takeover“ einer der besten Gangster-Lieder auf „The Sound Of Revenge“. Mit dem Laid-back-Sound von „Radio interruption“ bietet Cham zuerst eine gewöhnungsbedürftige Hookline, die einen jedoch nach wenigen Minuten direkt mitreißt. Mit den Worten „I got a white girl, I call her Shady/Aftermath“, macht Cham sich mal kurz über Eminem und Co. lustig und zeigt sich in „Grown and sexy“ als den größten Playa überhaupt.

„Think I’m crazy“, „Rain“ und „Void in my life“ sind sehr persönliche und nachdenkliche Songs. Cham setzt sich dort mit dem Thema Aids, den bekannten harten Zeiten und den Schwierigkeiten mit verschiedenen Religionen aufzuwachsen, auseinander. Als Sohn einer christlichen Mutter und eines muslimischen Vaters hat Cham die Probleme hautnah miterlebt und fragt sich in „Void in my life“ auch: „Father say he a Muslim, your Mama say she a Christian, the Bible or the Koran, which one would you be picking“. Doch natürlich gibt es auf „The Sound Of Revenge” auch Clubbanger auf die Ohren. Mit „Fly as the sky“ zusammen mit Lil Wayne und Rasaq hat Cham eben solch einen Streetsong geschaffen und hat sogar in „Peepin’ me“ einen arabisch/indisch inspirierten Beat mit eingebaut. Neben Lil Flip, Lil Wayne und Rasaq, hat Cham auch noch seine restlichen Freunde Krayzie Bone, Killer Mike, Pastor Troy, Billy Cook, Natalie, Bun B und Legende Scarface eingeladen und wurde von Produzenten wie Scott Storch, Mannie Fresh, Cool & Dre, hauptsächlich aber von The Beat Bullies unterstützt.

Mit „The Sound Of Revenge“ beweist Chamillionaire, dass HipHop auf einem ganz anderen Level stehen kann, wie manch andere glauben und zeigt wie vielseitig und energiegeladen der Homeboy aus Houston ist. „Ich bin die Wahrheit aus Texas“, sagt Chamillioniare gerne über sich – und was man erst für provozierend und aufgeblasen empfunden hat, kommt einem nach „The Sound Of Revenge“ doch gleich ganz anders vor. H-Town hat einen neuen Helden gefunden, so watch out!

Anspieltipps:

  • In the trunk
  • Turn it up
  • Radio interruption
  • Think I’m crazy
  • Void in my life
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Copyshop
  • 2017    
7.5/10

Lang Lebe Der Tod
  • 2017    
Diskutiere über „Chamillionaire“
comments powered by Disqus