Trivium - The Crusade - Cover
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Trivium The Crusade


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bestenfalls ein ganz passables Werk, das für Metallica-Fans zu handzahm sein dürfte.

Dass Retro-Rock wieder total angesagt ist, hat sich mittlerweile rumgesprochen und zu Dutzenden Ablegern der sogenannten „The“-Bands geführt. Lediglich von einem Revival, das in die Sparte Retro-Metal gesteckt werden kann, werden sicherlich die wenigsten gehört haben. Auslöser dieser fragwürdigen Aufwärmung von Material und Spielweise von Bands wie Metallica, Testament, Annihilator oder Megadeth sind ausgerechnet Trivium, die auf ihren beiden Vorgängern „Ember to inferno“ (2003) und „Ascendacy“ (2005) wuchtigen Metalcore angestimmt hatten, der zwar Anleihen an diese Gruppen beinhaltete, aber eben doch mit einer komplett anderen Zielgruppe liebäugelte, die sich beim neuen Output möglicherweise komplett vor den Kopf gestoßen fühlt.

Gemäß dem eigens entworfenen Motto „Wir sind nicht hier, um einzelne Fans glücklich zu machen, sondern um unsere eigenen Vorstellungen umzusetzen“ knallen Matthew Kiichi Heafy (Gesang, Gitarre), Corey Beaulieu (Gitarre), Paolo Gregoletto (Bass) und Travis Smith (Schlagzeug) dem an Blastbeats und markigen Shouts gewöhnten Hörer auf „The crusade“ 13 Tracks entgegen, die durch ihr gedämpftes Tempo und oftmalige Singalong- und Mitklatschpassagen erst einmal verdaut werden müssen. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die neue Stimmausrichtung Heafys, der nicht nur versucht wie Sänger James Hetfield seiner Idole Metallica zu klingen, sondern über weite Strecken kaum von ihm zu unterscheiden ist, was anfänglich zu der Frage führt, ob sich nicht doch die neue Scheibe der Schwermetaller frühzeitig in den CD-Player verirrt hat.

Nach einigen Tracks muss jedoch konstatiert werden, es sind Trivium mit einer Hetfield-Imitation am Mikro, die jetzt einfach mal Thrash Metal spielen und auf ihre bereits veröffentlichen Metalcore-Alben vergessen haben. Ob diese allzu tiefe Verbeugung vor ihren Vorbildern sinnvoll ist, beantworten die einzelnen Stücke. Da gibt es zum einen die eingängigen Songs für das Live-Publikum („Anthem (We are the fire)“, „And sadness will sear“, „This world can´t tear us apart“, „The rising“), die sich in den Kopf einbrennen, so abwechslungsarm und fade sie auch klingen mögen. Damit soll wahrscheinlich das Iron Maiden-Publikum, vor dem sie als Vorgruppe auf deren aktueller Tour auftreten, überzeugt werden.

Der Rest der Stücke auf „The crusade“ teilt sich in mittelmäßige Kopien, wie z.B. „Unrepentant“, das bei „Through the never“ abgekupfert hat, oder in wirklich gelungenes Material, das dementsprechend heraussticht. Paradigmen hierfür wären der Opener „Ignition“, „Entrance of the conflagration“, „To the rats“ oder „Tread the floods“, die ordentlich Dampf machen oder wie das durchdachte Instrumental „The crusade“ auf unterschiedliche Akzente setzen. Unterm Strich genügt das aber bestenfalls für ein ganz passables Werk, das für Metallica-Fans zu handzahm sein dürfte und den Großteil der Trivium-Anhänger verschrecken wird.

Anspieltipps:

  • The Rising
  • Detonation
  • To The Rats
  • Tread The Floods
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