Glacier - A Sunny Place For Shady People - Cover
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Glacier A Sunny Place For Shady People


  • Label: Staatsakt/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Glacier ist die Band von Rick McPhail, der nach anfänglichen Bühnenaushilfen bei Tocotronic nun zum vierten, festen Bandmitglied geworden ist. Dort bearbeitet er die Gitarre, während er bei Glacier auch noch den Gesang übernimmt und mit Stefan Nielsen, Benny Ruess sowie Sunny Vollherbst zwei Jahre nach dem ersten und einzigen Auftritt in der Hamburger Weltbühne das Debüt „A Sunny Place For Shady People“ unter die Leute bringt. Zum ersten Mal traten Glacier auf der Tocotronic-Single „Gegen Den Strich“ in Erscheinung, auf der sie einen Remix unterbrachten. Dieser druckvolle, wavige Eindruck verfliegt allerdings relativ schnell, wenn die ersten Klänge durch die Boxen wabern. Hier regieren psychedelische Soundlandschaft, die sich dunkel und mystisch geben, um hier und da dann doch druckvollen Indie-Pop zu kreieren.

Einfache Anschläge auf der Akustikgitarre und der warme, kaum wahrzunehmende Klang des Schlagzeugs eröffnen nach einem Intro den Opener „Houston“, welcher durch eine niedergeschlagene Stimmung und dementsprechendem Gesang von Rick McPhail nur schwer ins Ohr gleitet. Es macht sich trotz filigraner Arrangements, die zwischendurch das einfache Beiwerk erfrischen, ein wenig Langeweile breit. Doch der Folgesong „Making The Rules As You Go“ kommt wesentlich markanter daher, da hier einfach mal der vielleicht etwas zu hoch angelegte Anspruch zurückgeschraubt wird und Wave-Pop mit feinsten Synthieläufen auf den Punkt brilliert. Leider kommen diese gewissen Leichtigkeiten im weiteren Verlauf viel zu selten vor, so dass auch der Spannungsbogen darunter leidet. Allzu viel Schwermut und zurückgenommene Arrangements erfordern halt besondere Songwritingkünste, um den Hörer bei Laune zu halten.

Das träumerische, nach einer gewissen Zeit jedoch eher einschläfernde „There´s A Star Out There“ befreit sich im weiteren Verlauf durch krachige Ausbrüche, in denen die Gitarren den Druck erhöhen und so etwas wie Dynamik aufkommen lassen. Dass diese Kunst dem Vierer Glacier nur äußerst selten gelingt, bricht ihnen schlussendlich das Genick, denn zu allem Überfluss nervt Rick McPhails eintöniger Gesang spätestens nach dem zweiten Hördurchlauf mehr als das er die musikalisch angedeutete, dunkle Stimmung mit seinen Vocals prägt und Melancholie eindringlich vermittelt. Nicht nur die apokalyptischen Ausdrucksformen sind verzweifelt und zutiefst betrübt, auch das Resultat dieses Debüts ist ernüchternd und pendelt sich nur dank der unten genannten, spannungsvolleren Songs im Mittelmaß ein.

Anspieltipps:

  • Ruled By Stars
  • Making The Rules As You Go
  • This Is Not About Love (Act II)
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