Sono - RMXD - Cover
Große Ansicht

Sono RMXD


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 138 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Hamburger Electro-Pop-Trio Sono behauptete sich gleich mit der im Mai 2001 erschienenden und zugleich ersten Single „Keep Control“ ganze 35 Wochen in den belgischen Verkaufscharts und machte mit dem Ohrwurm auch in der Heimat jede Menge Boden gut, so dass der erfolgreiche Weg mit den Singles „Blame“, „2000 Guns“ sowie „Since You´re Gone“ fortgesetzt wurde. „Solid State“ hieß der erste Longplayer, welcher im Herbst 2002 das Licht der Welt erblickte und elektronische Pop-Musik mit intelligentem, eindringlichem Songwriting verband. Was bei elektronischen Werken viel zu selten der Fall ist, schien für Sono eine Leichtigkeit zu sein: Das Album funktionierte trotz seiner zahllosen Hits und der packenden Eingängigkeit gleichermaßen im Club und auf dem heimischen Sofa.

Zwischen straighten Krachern wie „Blame“ und „Keep Control“ fanden sich Ruhepole, die auch mal ein Genre wie Trip Hop und klangmalerische Ambient-Ausflüge streiften, um schlussendlich einfach durchdachter, stimmungsreicher Pop zu sein. Nach rechtlichen Streitereien mit dem damaligen Label erschien das Folge-Album „Off“ erst Mitte 2005 und wurde von den Singles „A New Cage“ sowie „Whatever“ flankiert. Auf all den Auskopplungen befanden sich mittlerweile gesuchte Neubearbeitungen von namhaften Kollegen wie Humate, Northern Lite, International Pony und vielen anderen, die für den Sammler unrelevant nun vereint auf einer Doppel-CD erscheinen.

Obwohl es sich zu einem großen Anteil um clubkompatible, den Puls fordernde Remixe handelt, sind diese durchaus abwechslungs-, mitunter sehr ideenreichen Mixe harmonisch miteinander verbunden und können dadurch auch in den eigenen vier Wänden aufschlussreiche Momente der gehobenen musikalischen Dance-Kultur erzeugen. Während die Neubearbeitung von „Dangerous“ im Apoptygma Berzerk-Gewand den Reigen von 22 Songs eröffnet und trotz der tief gehenden, organischen Beats eher mittelmäßig bleibt, sind es die Spaßkanonen von International Pony, die bei „Since You´re Gone“ die wohlige, melancholische Atmosphäre des Originals beibehalten und sie auf stimmige Weise mit den typisch funkigen Synthesizer-Sounds verquicken, ohne die Erhabenheit des Stückes anzutasten.

Ebenso positiv fällt die von Sono selbst bearbeitete Fassung des Gassenhauers „Keep Control“ auf, der in seiner 2006´er Ummantelung nochmals an Energie gewinnt und durch zielstrebige, mitreißende Beats auf ganzer Linie überzeugt. Trotz der voll gepackten Doppel-CD ist wirklich jede Version mindestens ein Ohr wert und kann neben den bereits bekannten Album-Tracks für sich alleine stehen. Allerdings verliert „RMXD“ aufgrund der begrenzten Auswahlmöglichkeiten bei den Originalen spätestens im Laufe der zweiten CD, auch durch die zahlenmäßige Unterlegenheit von ruhigeren Mixen, an Spannung, wodurch eine wohl dosierte Aufnahme ratsam ist und man so den Kern dieser Compilation länger im Fokus behält. Dieser Kern ist eine rundum gelungene, umfassende Zusammenstellung von Remixen, die in ihrer individuellen Machart dem Trio auf gedanklicher Basis sehr nahe kommen und ihre ungebändigte Leidenschaft für elektronische Musik zum Ausdruck bringen.

Anspieltipps:

  • Since You’re Gone (International Pony Mix)
  • Keep Control (Sono’s 2006 Remix)
  • Where Are You Now (Syncopix Mix)
  • A New Cage (Justus Köhncke Remix)
  • A New Cage (Digitalism Pogo Edition)
  • Whatever (Motion 040 Remix)
  • Dangerous (Pelton Remix)
Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
Diskutiere über „Sono“
comments powered by Disqus