Sarah McLachlan - Wintersong - Cover
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Sarah McLachlan Wintersong


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Bis Heilig Abend sind es noch gut zwei Monate. Die Adventszeit ist auch noch in weiter Ferne. Dennoch liegt schon das erste Weihnachtsalbum auf dem Tisch und will besprochen werden. Irgendwie komisch, denn in Deutschland hat sich der Musikfan noch immer nicht an diese saisonalen Alben gewöhnt, bzw. hat vielleicht sogar schlimme Erinnerungen an die Schallplatten (das sind diese runden, schwarzen Dinger aus Vinyl) der Eltern, auf denen Black-Metal-Gringos wie Peter Alexander und Hansi Hinterseer „Stille Nacht“ um die Wette trällern.

In Amerika haben die sogenannten „Holiday Alben“ eine ganz andere Tradition. Dort ist es für Pop- und Rockstars eine ganz normale Sache, irgendwann eine Platte mit weihnachtlich inspirierten Liedern aufzunehmen. Und wenn sich dann noch eine angesehene Singer/Songwriterin wie Sarah McLachlan diesem Thema annimmt, darf der Hörer beruhigt sein, ein relativ kitschfreies und musikalisch anspruchsvolles Album zu erhalten. Und genau das ist „Wintersong“ auch geworden.

Die 38jährige Kanadierin spielt Standards und Traditionals wie „What child is this? (Greensleeves)”, „I’ll be home for christmas”, „Have yourself a merry little christmas”, „O little town of Bethlehem”, „Silent night”, „In the bleak mid-winter” sowie das Medley „The first Noel/Mary Mary” nicht einfach runter, sondern sie arrangiert die Stücke neu, steckt sie in Swing- und Folkgewänder und lässt die weihnachtliche Romantik frei zur Entfaltung kommen. Selbiges tut sie auch bei Coverversionen wie John Lennons „Happy Xmas (war is over)“, Joni Mitchells „River” und Gordon Lighfoots „Song for a winter’s night”. Dazu holte sich die Sängerin u.a. den Kinderchor einer Musikschule in Vancouver sowie die Kollegen Diana Krall (Piano) und Jim Creegan von den Barenaked Ladies (Bass) ins eigene Heimstudio.

Wirklich schade, dass zwischen den einzelnen Produktionen der Kanadierin immer soviel Zeit vergeht. Sieben Studioalben in 18 Jahren sind jedenfalls nicht rekordverdächtig. Schade deshalb, weil die einzige Eigenkomposition, der Titeltrack „Wintersong“, zu den schönsten Songs auf diesem Album gehört. Hier gibt es pures Kopfkino, wenn Sarah McLachlan ganz alleine am Piano sitzt und ein sehnsüchtiges Lied anstimmt, das den Hörer einfach mitnimmt und sanft dahintreiben lässt.

Dann ist plötzlich im November der erste Weihnachtstag. Am frühen Morgen ist das Haus noch kalt und vor dem Fenster liegt eine zugeschneite Landschaft aus dem Bilderbuch. Während Sarah am Flügel sitzt und behutsam die Akkorde fließen lässt, schwebt in den Zimmern noch die Magie von Heilig Abend. Tobende Kinder, die ihre Geschenke auspacken, Erwachsene, die bei einem Glas Wein angeregt plaudern. Der Duft von Kerzen und Gebäck liegt im Raum und eine wehmütige Stimme schwebt durchs Haus: „The lake is frozen over. The trees are white with snow. And all around reminders of you. Are everywhere I go. It's late and morning's in no hurry. But sleep won’t set me free. I lie awake and try to recall. How your body felt beside me. When silence gets too hard to handle. And the night too long, and this is how I see you in the snow on Christmas morning. Love and happiness surround you as you throw your arms up to the sky. I keep this moment by and by. Oh how I miss you now my love.“ Frohe Weihnachten. Auch wenn es noch ein bisschen früh dafür ist.

Anspieltipps:

  • Wintersong
  • Song for a winter’s night
  • I’ll be home for christmas
  • Have yourself a merry little christmas
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