Emo - Remedy - Cover
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Emo Remedy


  • Label: Audiopharm/SPV
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Emil Jonathan Soegaard alias Emo geht auch auf seinem zweiten Longplayer ruhig ans Werk. Der Nachfolger zu „This is my home” von 2003 zeichnet sich nämlich durch dieselbe geschmeidige Behäbigkeit aus, die schon auf dem Debüt vernommen wurde. Gleich mit dem Opener „Little black bird“ macht der gebürtige Kopenhagener klar, in welche Gefilde sich seine Scheibe erstrecken wird. Da wären Reggae-Strukturen, vermischt mit groovendem Bass, eine Prise Soul, hervorgerufen durch sein einfühlsames Organ und ein paar HipHop-Beats um dem Ganzen ein wenig Schwung zukommen zu lassen. Spätestens ab dem zweiten Durchgang singt der relaxte Hörer die grandiose Hook „Little black bird in your tree from where comes the pressure“ dann ganz von alleine mit und schunkelt, wackelt und nickt dazu im Rhythmus.

„Rise“ sorgt im Anschluss für eine angenehme Stimmung, die sich gemütlich und behutsam ausbreitet und „Ya love is like dope“ bekommt eine R&B-Schlagseite, während „Sign ya name“ mit Hörner und Orgel mehr auf eine chillige und akzentuierte Atmosphäre setzt. Tanzbar gebärdet sich „In the back of the car“, das vom Reggae-infizierten „Yes baby fly“ abgelöst wird, bis „Bullet of I“ mit grandiosem Aufbau und ansteckendem Beat für einen Einsatz auf der Tanzfläche prädestiniert ist. Danach geht es mit „No power over me“ wieder ruhiger zur Sache und auch „No gourmet life“ konzentriert sich mitsamt seinen Breakbeats in Downbeat-Geschwindigkeit zu bleiben, bevor sich das kurze Intermezzo „Same sun“ zwischen diesem und dem unaufgeregtem Albumender „Star boy“ schmuggelt.

„Remedy“ ist ein Allheilmittel für gestresste Gemüter und genervte Mitmenschen, die im Rausch des täglichen Arbeitswahns in unserer schnelllebigen Zeit vergessen, dass es so etwas wie innere Ruhe und Ausgleich geben kann. Emo versucht nämlich mit seinem zweiten Werk dieses Gefühl ein wenig auffrischen und es auf den Hörer übertragen zu wollen, was ihm größtenteils auch gelingt, selbst wenn viele Tracks auf einer einzigen Grundidee basieren und von dieser leben und gedeihen müssen. Damit das funktioniert und nicht in stinklangweilige Copy&Paste-Dimensionen ausufert, hat Soegaard gleich mehrere Stilrichtungen vereint, die er gekonnt zusammenbastelt. Dennoch schleichen sich ein paar Längen ein, alles in allem ist der Zweitling von Emo aber zum Nebenbeihören, Entspannen oder Wohlfühlen mehr als gelungen.

Anspieltipps:

  • Bullet Of I
  • Sign Ya Name
  • No Gourmet Life
  • In The Back Of The Car
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