Soundtrack - Leonard Cohen: I´m Your Man - Cover
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Soundtrack Leonard Cohen: I´m Your Man


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 78 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Leonard Cohen gilt als einer der faszinierendsten, rätselhaftesten und einflußreichsten Songwriter aller Zeiten. Im Januar 2005 reiste die Regisseurin Lian Lunson in besonderem Auftrag nach Sidney: „Came So Far For Beauty: An Evening Of Leonard Cohen Songs“, die an der dortigen Oper von Hal Wilner inszenierten Tribute-Shows anläßlich des 70. Geburtstags des „Schmerzensmann aus Montreal“, sollten das zentrale Element ihres geplanten Films über das Leben und Wirken Leonard Cohens werden.

Auftritte u.a. von Nick Cave, Jarvis Cocker, Martha und Rufus Wainwright, Beth Orton und anderen bekannten Künstlern verdichtete Lian Lunson bei dieser Gelegenheit zu einer mit Interview-Sequenzen ergänzten, durchaus eindrucksvollen Würdigung des großen kanadischen Poeten und Liederschreibers. Für den nun vorliegenden Soundtrack „Leonhard Cohen: I’m Your Man“, der von Hal Willner produziert wurde, konnte darüber hinaus auf das Material eines im Jahr 2004 im englischen Brighton Dome stattgefundenen Cohen-Tribute-Konzerts zurückgegriffen werden sowie auf die Aufzeichnung einer Interpretation des Cohen-Songs „I’m your man“ im Rahmen eines gemeinsamen Auftritts mit U2 in New York

Im Begleittext zu diesem Album schreibt Hal Willner: „Ich bin einer von denen, die Leonards Musik unglaublich schön und heilsam finden und aus seinem Werk Lebenshoffnung schöpfen. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, wie Leonards Musik sich in meine Psyche eingeschlichen hat. Ich wurde in meiner Jugend auf ihn aufmerksam, aber das, was ich hörte, war wie das Essen, das man als Kind ausspuckt – obwohl man weiß, daß es für einen gut ist; alle paar Jahre probiert man es wieder, bis man es irgendwann schließlich zu seinem Leibgericht macht. Seine Musik ist auf eine ganz eigene, unvergleichliche Art zutiefst emotional, leidenschaftlich und humorvoll.“

So weit, so gut. Doch das Problem bei solchen Projekten ist meistens dasselbe: Künstler wie Leonhard Cohen (oder auch: Bob Dylan, Neil Young, Johnny Cash etc.) haben in ihrer Karriere eine außerordentliche Interpretationsform entwickelt, die werkgetreue Coverversionen mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt. Deshalb fallen von den 16 Songs auch nur wenige als besonders bemerkenswert aus dem Rahmen. Dazu zählen sämtliche Auftritte der Wainwrights, natürlich Nick Cave und Perla Batalla, die eine einfühlsame Version von „Bird on a wire” gibt. Das soll nicht heißen, dass das übrige Material schlecht ist, aber sensationell ist es auch nicht. Kurz und gut: Ein schönes Album, das allerdings nur eine Ergänzung des Originals sein kann.

Anspieltipps:

  • Perla Batalla – „Bird on a wire”
  • Rufus Wainwright – „Chelsea Hotel No. 2”
  • Jarvis Cocker – „Ican’t forget”
  • The Handsome Family – „Famous blue raincoat”
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