Raising Fear - Avalon - Cover
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Raising Fear Avalon


  • Label: Dragonheart/SPV
  • Laufzeit: 61 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielen stellen sich beim Genuss einer Power-Metal-Scheibe die Haare auf. Schuld daran sind Charakteristika wie das unaufhörlich wummernde Schlagzeug oder nervtötender Falsettgesang. Oftmals liegt es aber auch daran, dass Gruppen, die sich dem Genre zugehörig fühlen einfach keine Neuerungen einbringen und sich eine Veröffentlichung wie die nächste anhört. Bei den Italienern Rob DF (Gesang), Alberto Toniolo (Gitarre), Yorick (Gitarre), Frana (Bass) und Christian Galimberti (Schlagezeug) von Raising Fear (benannt nach dem 1987er Album von Armored Saint durch die sie auch beeinflusst wurden) schaut das Ganze etwas anders aus, wenn unter dem Strich ebenfalls nicht besonders zufriedenstellend.

Auf ihrem zweiten Werk „Avalon“ verfolgen sie zwar weiterhin ihr Vorhaben Metal mit massig Power und Kraft ins Rennen zu schicken, verbauen sich die Chancen auf einen gelungenen Nachfolger zum eher durchwachsenen Debüt „Mythos“ (2005) jedoch durch Herunterspulen von Standards. Obwohl die Gitarren ordentlich braten und für die Höhepunkte sorgen, fällt der Rest durch eine weniger geglückte Produktion deutlich ab. Hier hätte wesentlich mehr rausschauen können, der Track „Blood and blade“ wäre wahrscheinlich trotzdem stinklangweilig. Vor allem beginnen viele Tracks energisch, können dem daraus entstehenden Anspruch aber schlussendlich nicht gerecht werden.

Ein weiterer, eher zu belächender Aspekt ist das Organ Rob DF´s. Nicht, dass er über fehlende stimmliche Aussagekraft verfügt, sondern er lispelt. Ein wenig, aber immerhin. Das führt in Momenten wie dem ruhig und nur von einer Akustikgitarre begleiteten „A glance of destiny“ zu einer amüsanten Fusion, ist aber prinzipiell nicht weiter schlimm. Wirklich stark ist die Überleitung von „The mission assigned“, das mit Blitz und Donner im Hintergrund einem Hörspiel ähnelt, zu dem längsten, beinahe 14minütigen Epos „Avalon“, das von einer majestätischen Melodie eingeleitet wird. Komischerweise schaffen Raising Fear in diesem überlangen Track mehrere Ideen einzubringen als in den übrigen Stücken. Vielleicht ist das für das dritte Werk ja ein neuer und interessanter Denkansatz in musikalischer Hinsicht?

Spannend ist ein weiteres Mal die Geschichte, die hinter „Avalon“ steckt. Wie schon beim Vorgänger, wo diverse geschichtlich prägende Namen wie Thor, Montezuma, Merlin oder Theseus die Vorlage zu den Texten waren, so ist es diesmal eine größer angelegte, zusammenhängende Fantasy-Story über den Fortbestand der Menschheit. Computer, Technik und alles was da mit zu tun hat, herrscht über die letzten Wesen aus Fleisch und Blut. Ein Geheimbund aus verschiedenen Religionen und Völker wird gegründet um die Zukunft der Menschen zu sichern. Die Lösung aller Probleme liegt in einem Energieportal, das aus einem antiken Steinkreis besteht. Allerdings müssen erst die unbekannten Symbole entschlüsselt werden um die Anlage in Betrieb zu setzen. Ein Abkömmling von Johannes Gutenberg (dem Erfinder des Buchdrucks) namens Nicholas kennt sich mit Schriften exzellent aus und wird unter dem Decknamen Wolfram von Meinz auf eine lange Reise geschickt. Wie viele Teile sein Abenteuer haben wird, wissen Raising Fear allerdings noch nicht.

Anspieltipps:

  • Avalon
  • Purification
  • The Priestess´s Speech
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