U2 - 18 Singles - Cover
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U2 18 Singles


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 74 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

170 Millionen verkaufte Alben sprechen eine deutliche Sprache.

Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens lautet laut Douglas Adams bekanntlich „42“ – vielleicht ist das auch die Antwort auf die Frage, warum eine Band bereits ihr drittes „Best Of“-Album veröffentlichen muss. Nach der 1998 erschienenen Sammlung „1980 - 1990“ und dem 2002er Werk „1990 - 2000“, wird der geneigte U2-Hörer nun mit „18 Singles“ zum neuerlichen Kauf animiert. Die Neuaufnahme „The saints are coming“, der Titel stammt ursprünglich von der schottischen Band The Skids, zusammen mit Green Day, und das neu komponierte „Windows in the skies“ sollen diese „Greatest Hits“ Teil drei als Schmankerln veredeln. Als Produzent wurde natürlich kein Geringerer als Rick Rubin (u.a. Johnny Cash) verpflichtet.

Es ist bei der irischen Band relativ leicht, Klassiker zu sammeln, denn in den mittlerweile 30 Jahren entstanden unzählige Kompositionen, die das Prädikat wertvoll erhielten. Es gab immer wieder musikalische Überraschungen, aber sehr typische bombastische Hymnensongs á la U2 sind wohl „Beautiful day“ oder „Desire“, um nur ein Paar zu nennen. Bono, The Edge, Larry Mullen Jr. und Adam Clayton haben von Dublin aus musikalisch die Welt erobert. 170 Millionen verkaufte CDs sprechen eine deutliche Sprache. Sie haben Musikgeschichte geschrieben und gehören zu den wenigen echten Superstars der Musikbranche.

Der neue Song mit Green Day versucht sich erfolgreich an einer überzeugenden Mixtur aus Punk und Pop. „Windows in the Skies“ genügt dagegen nicht ganz den hohen Qualitätsansprüchen; er wirkt ein wenig zu bemüht, dem typischen U2-Sound zu ähneln und der etwas hohe Gesang im Refrain reißt nicht wie gewohnt mit. Trotzdem ist es immer noch ein überdurchschnittlicher Popsong, der aber die hypnotische Wirkung anderer Klassiker wie „One“ oder „Sweetest Thing“ nicht erreicht.

Die Kollaboration mit Green Day hat einen sehr ernsten Hintergrund: Die beiden Bands wollen den Erlös aus den Singleverkäufen den Opfern des Hurricans „Katarina“ in New Orleans spenden, um dort zu helfen. Das ist auch sehr typisch für U2, denn politische Statements und humanitäre Hilfsprojekte sind vor allem das Steckenpferd von Leadsänger Bono. Früher ging es um ihre irische Heimat und deren politische Verwicklungen rund um Dublin, doch mit wachsendem Erfolg und Alter kam die ganze Welt als Einsatzort für die Musiker um die Stimme Bono hinzu und finanzielle Hilfe spendeten sie natürlich auch. Wenn man das Ganze als gutes Werk sieht oder von U2 keine CD besitzt, was kaum möglich ist, könnte diese Zusammenstellung einen guten Querschnitt durch das Schaffen dieser Ausnahmeerscheinung der Musikwelt darstellen, alle anderen entstauben bitte ihre alten U2-„Best Of“-CDs.

Anspieltipps:

  • One
  • Desire
  • Beautiful Day
  • Sweetest Thing
  • With or without you
  • The Saints are coming
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