Ray Charles - Ray Sings, Basie Swings - Cover
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Ray Charles Ray Sings, Basie Swings


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwischen traurigen Blues-Beigaben vergnügt sich vor allem der Swing auf einer mit opulenten Songstrukturen verzierten Spielwiese.

1960 hatte die Soul-Legende Ray Charles zusammen mit dem Count Basie Orchestra das Album „Genius + Soul = Jazz“ eingespielt, welches zum größten Teil aus Instrumentalversionen von Jazz-Klassikern bestand. 46 Jahre später gibt es plötzlich eine posthume Zusammenkunft von Ray Charles und dem Orchester, die der Produzent John Burk 2005 als Idee aus der Taufe hob. Dieser Burk fand in den Archiven von Concord Records alte Tonbänder aus den Siebzigern, die Ray Charles zurückgelassen hatte. Doch nur die Gesangspur war gut erhalten, die Musik dagegen kaum wahrzunehmen und für eine Veröffentlichung nicht brauchbar.

John Burk war von der Idee, Ray Charles Gesangaufnahmen aus den Siebzigern mit dem derzeitigen Count Basie Orchestra unter der Leitung von Bill Hughes zu vereinen, so angetan, dass er sie nicht mehr aus den Augen ließ. Gregg Field, der Ray Charles als Schlagzeuger und Arrangeur einst auf dessen Tourneen begleitet hatte und ebenso mit dem Basie Orchestra zusammen arbeitete, half Burk bei der Überarbeitung der Originaltonbänder, an die sich das Orchester punktgenau hielt, so dass man meinen könnte, Charles hätte vor kurzer Zeit tatsächlich mit diesen herausragenden Musikern das Album aufgenommen.

Der Pianist und Sänger Ray Charles bedient sich gleich im Opener „Oh, What A Beautiful Morning“ seiner Stärken, die natürlich in seinem kraftvollen, unvergleichlichen Organ und musikalischen Höchstleistungen am Piano zu finden sind. Energische Bläser und zarte Trommelarrangements begleiten den oft zitierten Musiker, dass gleich zu Anfang des Albums die Freude dieser ungewöhnlichen Zusammenkunft den Vorwurf der posthumen Kommerzialisierung übertönt. Noch beherzter und mit guten alten Swing-Zutaten geht „Let The Good Times Roll“ ins Ohr und zeigt ein bestens eingespieltes Count Basie Orchestra, das auch unter der Leitung von Bill Hughes eine immense Musikalität vorweist und vor allem die alten Tonbänder von Ray Charles in sich aufnimmt, um die gesamte Spieldauer für nachhaltige Emotionen zu sorgen.

Zwischen traurigen Blues-Beigaben vergnügt sich vor allem der Swing auf einer mit opulenten Songstrukturen verzierten Spielwiese, die auch von den Backing-Sängerinnen bestens genutzt wird. „Ray Sings, Basie Swings“ ist folglich eine wunderbare Erinnerung an einen mit unendlich viel künstlerischer Begierde ausgestatteten Ray Charles geworden, die nicht nur aufgrund der ungewöhnlichen Entstehung mehr als ein einfaches Swing-Album ist.

Anspieltipps:

  • Cryin' Time
  • Let The Good Times Roll
  • Every Saturday Night
  • Georgia On My Mind
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