Dragonland - Astronomy - Cover
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Dragonland Astronomy


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Astronomy“ wird von dem Schwedischen Sextett Dragonland progressiv-bombastischer Melodic Metal in der inzwischen vierten Auflage kredenzt. Ein Sound, der vor allem für Fans von Evergrey und Dream Theater ein gefundenes Fressen darstellen dürfte, aber auch so manchen drachentötenden True Metaller auf seine Seite ziehen könnte. Andere werden sich eher an den klischeetriefenden Rahmenbedingen der 1999 gegründeten Kapelle stören, die einen Namen aus dem Reich der Fabeln verwendet und ein pseudo-kryptisches Artwork sowie bedeutungsschwangere Bandwurmtitel mit Science-Fiction-Lyrik („The old house on the hill: Chapter III: The ring of Edward Waldon“) präsentiert.

Kitschiger Bombast wie auf einen Kinosoundtrack dominiert das gesamte Album, das von den Gitarrenduellen von Olof Mörck und Nicklas Magnusson lebt, die durch ein metallisches Gerüst aus der Rhythmusabteilung um Jesse Lindskog (Drums) und Christer Pedersen (Bass) zusammengehalten wird. Darüber legt Elias Holmlid einen Mantel aus schwurbeligen Synthesizerwölkchen und Sänger Jonas Heidgert schwingt sich in immer neue Höhen auf, nur unterbrochen durch ein paar Gast-Death-Growls und weibliche Contraparts. Ja, das ist wahrlich episch, komplex und technisch brillant gespielt, hat aber auch sooo einen Bart.

Fans dieses Genres werden „Astronomy“ unter allen Umständen lieben, Spielereien wie „Beethoven’s nightmare“ in den Himmel loben und eine vierzehnminütige, in drei Parts aufgeteilte Melodic-Metal-Operette wie „The old house on the hill” zum Niederknien finden. Aber wohl nur die. Andere werden durch die genannten Begleiterscheinungen vermutlich in die Flucht geschlagen. Wie bewertet man deshalb ein Album wie das vorliegende? Streng nach metallischen Gesichtspunkten? Dann sind die wuchtigen Orchesterparts und der Einsatz des Synthesizers von zwiespältiger Natur. Also kann man „Astronomy“ nur als großes Ganzes auf sich wirken lassen und dann selbst entscheiden, ob dieser bombastische Klotz das Maß aller Dinge oder den Hirnfick von sechs Schweden darstellt.

Anspieltipps:

  • Supernova
  • Too late for sorrow
  • Beethoven’s nightmare
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