Angra - Aurora Consurgens - Cover
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Angra Aurora Consurgens


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Was gibt es eigentlich neben traditionellen Formen wie Bossa Nova und Samba in Richtung Popularmusik aus Brasilien zu berichten? Nun, prinzipiell nicht viel, da die dortige Musica Popular Brasileira mit unserem Verständnis von Pop nicht viel gemeinsam hat, sondern sich der dortigen Folklore verschrieben hat. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Angra, bestehend aus Edu Falaschi (Gesang), Kiko Loureiro (Gitarre), Rafael Bittencourt (Gitarre), Felipe Andreoli (Bass) und Aqualis Priester (Schlagzeug), auf dem Promozettel als erfolgreichste Melodic Metal Band Brasiliens angeführt werden, denn wenn es sonst niemanden gibt, fehlt bekanntlich die Konkurrenz, die ebenfalls Umsätze erzielen könnte.

In Europa sieht die Sache natürlich schon wieder komplett anders aus, da allein in Italien grob geschätzt monatlich ca. 5 neue Bands in diesem Sektor gegründet werden oder sich aus dem Split mehrerer Bands frische zusammentun. Dennoch ist das Material, das uns der Fünfer mit ihrem sechsten Werk „Aurora consurgens“, nach dem gleichnamigen Buch von Thomas von Aquin, vorlegt eine sichere Bank für alle Power und Heavy-Metal-Fans, da die Gitarren- und Schlagzeug-Arbeit oftmals im Vordergrund steht und der Hörer mit Solis und Riffattacken nur so überschüttet wird.

Dementsprechend lang sind die 10 Stücke auch geworden und dadurch auftretende Längen kaschieren die Jungs kurzerhand mit einem Sound, der die Lautsprecher öfters erbeben lässt oder an ihre Heimat erinnert. Besonders schön herausgearbeitet sind die Einleitungen zu den 5½ - 7 Minuten dauernden Tracks wie im Opener „The course of nature“, „Window to nowhere“ oder „Passing by“. Über die meiste Zeit knüppeln Angra dann nämlich ähnlich wie Cellador mit „Enter deception“ dieses Jahr technisch hochwertiges, musikalisches Gut aus den Saiten und Fellen und lassen sich bei der Entwicklung der Stücke Zeit.

Kleine Wermutstropfen gibt es trotzdem. Zum einen ist „Breaking ties“ mit seiner Reminiszenz an Bon Jovi während der „New Jersey“-Ära zu soft, kitschig und beliebig ausgefallen und der nur von einer Akustikgitarre getragene Abschluss „Abandoned fate“ bezaubert mit seiner aufgesetzten Lagerfeuerstimmung bestenfalls die Moskitos im brasilianischen Regenwald. Dafür gibt es beim sonst einwandfreien Rest nichts zu meckern.

Anspieltipps:

  • Passing By
  • Window To Nowhere
  • The Voice Commanding You
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