Blackmore´s Night - Winter Carols - Cover
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Blackmore´s Night Winter Carols


  • Label: AFM/Soulfood
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Blackmore´s Night wird es heimelig und auf angenehme Art und Weise mystisch.

Ritchie Blackmore, bekannt geworden durch seine Zeit bei Deep Purple und Rainbow, startete mit seiner Lebensgefährtin Candice Night 1997 einen Neuanfang, der mit Classic-Rock nichts mehr zu tun hatte, sondern sich viel mehr einem mittelalterlichen Instrumentarium bediente und gleich mit dem Debüt „Shadow Of The Moon” für großen Beifall sorgte. In Japan mit Gold ausgezeichnet, hielt es sich ganze 17 Wochen in den deutschen Verkaufscharts, was für ein derartig altertümlich ausgerichtetes Projekt mehr als ein kleiner Erfolg war. Es folgten weitere Alben, Auszeichnungen wie der Award für das „Vocal Album Of The Year” (mit „Under A Violet Moon”, 1999) und hohe Chartplazierungen in Deutschland und Japan. Passend zur langsam aufkommenden Weihnachtsstimmung präsentieren uns Blackmore´s Night nun ein Album mit weihnachtlichen Klassikern (vornehmlich aus dem 15. und 16. Jahrhundert), die die Beiden schon länger im kleinen Kreis spielen und nun der Öffentlichkeit zugänglich machen. Gemeinsam mit Pat Regan (Keyboards, Orchester-Arrangements) und Madeline sowie Nancy für den Backgroundgesang entstand “Winter Carols” und wird selbst den größten Weihnachtsverweigerer, zumindest musikalisch, mitreißen.

Den festlichen Fanfaren und der wundervoll klaren Stimme von Candice Night im Opener „Hark The Herald Angels Sing / Come All Ye Faithful” kann sich selbst der größte Skeptiker nur schwerlich entziehen und so ist man schon mittendrin im harmonischen Reigen der weißen Flocken und roten Kerzen. Doch auch ohne diesen Background eines Weihnachtsalbums entzücken die mit Flöten, Percussions und orchestralen Beigaben feingliedrig arrangierten Songs. Im Opener faszinieren unter anderem die flirrenden E-Gitarrenparts von Ritchie Blackmore, welche leider die Ausnahme bleiben. Größtenteils auf einem akustischen Fundament gehalten, wie es den Zielvorgaben von Blackmore´s Night ja auch entspricht, ist es dann spätestens bei „Ding Dong Merrily On High” wieder Zeit für träumerische, friedliche Szenarien angemessener Nächstenliebe. Der Refrain, vom kleinen Background-Chor stimmungsvoll eingeleitet, erobert den Hörer mit filigranen Gitarreneinsätzen und dem immer wieder bestechend warmen Gesang von Candice Night.

Sicherlich wird auf „Winter Carols” einmal mehr eine naive Weltsicht und ein schöngeistiger, für manchen allzu pathetischer Klang geboten, doch wenn man sich für die Albumlänge so verzaubernd von dieser Welt verabschieden kann und die Zartheit der mittelalterlichen Erhabenheit an sich heran lässt, ist jeder Pathos-Vorwurf außen vor zu lassen. Mit Blackmore´s Night wird es heimelig und auf angenehme Art und Weise mystisch – egal in welcher Jahreszeit. Doch der Winter und das einstige Fest der Liebe sind für diese Klänge prädestiniert.

Anspieltipps:

  • Hark The Herald Angels Sing / Come All Ye Faithful
  • Good King Wenceslas
  • We Three Kings
  • Christmas Eve
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