Aerosmith - Devil´s Got A New Disguise - Cover
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Aerosmith Devil´s Got A New Disguise


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Label übergreifende Songsammlung mit allen Hits.

Man möchte es eigentlich gar nicht erst in die Hand nehmen, das neue „Best Of”-Album von Aerosmith, namens „Devil’s Got A New Disguise“. Aber nicht etwa, weil der geneigte Fan eh schon alles von den Toxic Twins im Regal sehen hat (da dürfte es mitunter Lücken geben), sondern weil es mittlerweile eine ziemlich ärgerliche Flut an Aerosmith-Kopplungen gibt („Oh Yeah!“, „Big Ones“, „Greatest Hits“, „Best Of“), die sich nicht gerade an Einfallsreichtum überbieten. Wenigstens kann man dieser Veröffentlichung zugute halten, dass es sich a.) um eine Label übergreifende Songsammlung handelt – also die Geffen- und Columbia-Phase unter einen Hut bringt – und b.) tatsächlich zwei nagelneue Lieder auf dem Album vorhanden sind.

Erwartungsgemäß fällt der Rückblick in die 70er Jahre auf dem nicht chronologisch sortierten Album kurz aus. Die üblichen Verdächtigen („Dream on“, „Sweet emotion“) werden abgefrühstückt, das war’s. Richtig los geht es mit Songs vom Comebackalbum „Permament Vacation“ (1987) und natürlich „Pump“ (1989). Ab da waren Aerosmith zu einer beständigen Hitmaschine geworden, die auf jedem Album Singles zum Zunge schnalzen ablieferten („Love in an elevator“, „Dude looks like a lady“) und mit „Get A Grip“ (1993) auch für die MTV-Generation zum Kultact avancierten. Die Umsetzung der Clips zu „Cryin’“, „Amazing“ und „Crazy“ sucht jedenfalls noch heute seinesgleichen.

Mit dem Wechsel von Geffen Records zu Columbia sank auch der Stern von Aerosmith. Die Band zerbrach fast während der Aufnahmen zu „Nine Lives“ (1997) und verschließ diverse Co-Songwriter und Produzenten. Am Ende stand ein Album, das total konstruiert klang und keine echten Hits abwarf. Mit „Falling in love (is hard on the knees“) und „Pink“ sind dennoch zwei Stücke von „Nine Lives“ vertreten. Auch „Just Push Play“ (2001) konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Außerdem hatte sich neben Joe Perry (Gitarre) und Steven Tyler (Gesang) ein gewisser Marti Frederiksen bei acht von 12 Songs als Co-Songwriter etabliert, der danach mit Pink, Eminem, Faith Hill und Bo Bice zusammenarbeitete. Vielleicht zogen Aerosmith deshalb die Reißleine und besannen sich mit dem Bluesalbum „Honkin’ On Bob“ (2004) auf ihre Wurzeln.

Bis dahin reicht die Rückschau von „Devil’s Got A New Disguise“ allerdings nicht. Zu den letzten Einträgen ins Logbuch gehört der Beitrag zum Film „Armageddon“ („I don’t want to miss a thing“) aus dem Jahr 2001. Danach kommen dann die neuen Songs „Sedona sunrise“ (Co-Songwriter Jim Vallance), ein bluesiger Midtempo-Schunkler, und „Devil’s got a new disguise“ (Co-Songwriterin Diane Warren), eine treibende Hymne, die beinahe an alte Hardrockzeiten anknüpft. Das weckt die Vorfreude auf das kommende Studioalbum, das für 2007 avisiert ist.

Anspieltipps:

  • Crazy
  • Cryin’
  • Amazing
  • Livin’ on the edge
  • Love in an elevator
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