The Beatles - Love - Cover
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The Beatles Love


  • Label: Apple/EMI
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Soundtrack für das gleichnamige Las-Vegas-Beatles-Musical.

Mit dem Backkatalog der Beatles lässt sich immer noch ganz wunderbar Geld machen. Die Alben aus den 60er Jahren verkaufen sich Jahr für Jahr spielend in Millionenhöhe. Dazu gesellen sich von Zeit zu Zeit mehr oder weniger nette Kopplungen („Ones“) und Box-Sets („The Capitol Years Vol. 1 & 2“, „Anthology Vol. 1-3“), auf die sich neue Fans und alte Sammler wie wild stürzen. Es läuft also wirklich prächtig und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn nicht auch der neueste Streich namens „Love“ zum Verkaufsschlager im Weihnachtsgeschäft 2006 wird.

Mit „Love“ gehen die Macher sogar ein gewisses Risiko ein, denn zur Abwechslung wurden nicht einfach irgendwelche Songs auf eine CD geklatscht. Ausgestattet mit einem Konzept – nämlich den Soundtrack für das gleichnamige Las-Vegas-Beatles-Musical zusammenzustellen – wurden Beatles-Lieder in eine noch nie da gewesene Collagenform gebracht. Federführend hinter dem „Love“-Projekt sind neben Paul McCartney, Ringo Starr, Olivia Harrison und Yoko One, der Beatles-Produzent Sir George Martin und sein Sohn Giles, die aus 250 Liedern, darunter viele Demos und unbekanntes Studiomaterial, ein Paket aus 100 Songs heraussuchten.

In zweijähriger Kleinarbeit entstand aus dieser riesigen Menge an Songs, Demos und Soundschnipseln eine Art Megamix mit 26 Tracks, der in neu abgemischter und nicht einfach nur remasterter Klangqualität („Love“ gibt es auch als 5.1 Dolby Digital Surround Sound DVD) nichts mit einer herkömmlichen „Greatest Hits“-Compilation zu tun hat. Das muss der Beatles-Purist natürlich erst mal sacken lassen und verdauen. Aber das ist noch nicht alles. Vater und Sohn Martin nahmen sich die Freiheit, Bestandteile verschiedener Songs zusammenzumischen, was den Gedanken eines Megamixes um die Idee eines legalen Mash-Ups erweitert.

So passiert es dann, dass zum Beispiel „Drive my car“ mit „The word“ und „What you’re doing“ verheiratet wird, „Blackbird“ und „Yesterday“ plötzlich eins sind und „Sun king“ als Intro zu „Something“, warum auch immer, rückwärts gespielt und geschrieben wird („Gnik nus“). Das ist wohl Martins Form von Psychedelik für dieses Jahrtausend, die sich auch in „Strawberry fields forever“ zeigt. Hier werden einfach diverse Evolutionsstufen ineinander gemischt, was ziemlich strange klingt. Aber wenn wir mal ehrlich sind, bieten wohl nur solche Experimente die Chance, einen relativ spannenden Beatles-Album auf die Beine zu stellen. Es sei denn, es gäbe noch ein paar ungehobenen Studioschätzchen, die auf ihre Veröffentlichung warten. Wir dürfen gespannt sein. Denn auch nächstes Jahr soll Gerüchten zufolge wieder Weihnachten sein.

Anspieltipps:

  • Help!
  • Get back
  • Something
  • All you need is love
  • Lucy in the sky with diamonds
  • Within you without you/Tomorrow never knows
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