Lycosia - Apokalipstik - Cover
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Lycosia Apokalipstik


  • Label: Equilibre/ARAKNID
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vierte Album der Pariser Gothic-Rocker von Lycosia benötigt die selbe Überwindung wie schon „Relevance of motion“ von Tourist. Beide Veröffentlichungen kommen mit dermaßen trashigen bzw. nichtssagenden Covers daher, sodass der ehrenwerte Rezensent die Platten gar nicht erst aus dessen Hülle nehmen will. Da es sich bei den Herrschaften aus Nordamerika allerdings mehr als positiv entwickelt hat, muss man den Parisern mit ihrem „Apokalipstik“ natürlich auch ein Ohr leihen. Wer weiß, was für Überraschungen auf dem Silberling lauern?

Genau genommen einige, aber die sind leider keine Eigenkreationen, sondern nur Abbilder anderer Bands. Der selbsternannte „Glam-Goth-Deluxe“-Act setzt sich nämlich als bunter, treibender Cocktail im Umfeld von Industrial der Marke Nine Inch Nails (am ehesten „Pretty hate machine“ oder „The fragile“), dem düsteren Schwelgen eines Ville Valo von HIM und dem Elektro-Geplucker von New Order an.

Das verknüpfen Lycosia zwar spannend und unterhaltsam, der durchgehende Faden, der mit dem Ineinanderlaufen der Tracks, gesponnen werden soll, ist aber oftmals gewöhnungsbedürftig (z.B. von „Hard dressed“ auf „Leftover“), da die Stücke durch ihren eigenen Charakter eher eigenständige Songs denn in einem zusammenhängenden Konstrukt zu sehen sind. So mischen sich zwischen abgedrehte und chaotische Titel wie „All these worlds“, „Hard dressed bitch“ oder „Say fuck yeah!“ unerwartet eingängige und geradlinige Tracks, die beinahe charttauglich erscheinen („Follow me“, „Light years“). Das macht unter dem Strich einen gelungenen Spagat aus den oberen Bands, aber auch nicht mehr.

Anspieltipps:

  • Leftover
  • Follow Me
  • Kiss Me Hard
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