Laxrosa - Laxrosa - Cover
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Laxrosa Laxrosa


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Himmel, diese Platteninfo hat es wieder mal in sich. Auf zwei DIN-A4-Seiten wird eine Band namens Laxrosa über den Grünen Klee gelobt, als hätten die Berliner – Karen Sievers (Gesang, Synthesizer), Tine Chemnitz (Bass), Inka Dewitz (Drums) und Quotenkerl Andy Ebsen (Gitarre) – die Popmusik neu erfunden. Na klar, so wird Spannung aufgebaut. Doch der Schuss geht nach hinten los. Die gönnerhaft verteilten Vorschußlorbeeren kann das selbstbetitelte Debütwerk des Hauptstadtquartetts leider nur selten bestätigen, wodurch „Laxrosa“ zu einer ziemlich ernüchternden Angelegenheit gerät.

Was sich 13 Songs lang Indie-Pop nennen will, aber heimlich auf die Hitparadenplätze von Wir Sind Helden schielt, klingt streckenweise dermaßen unbeseelt und schlapp, dass es nicht nachvollziehbar ist, weshalb ein Major wie SonyBMG darauf aufmerksam geworden ist. Angeblich lag es an der Coverversion eines alten Annette-Humpe-Songs, der einem A&R-Menschen in die Finger kam. „Er küsst so gut“ eröffnet folgerichtig nach dem Motto „wie alles begann“ das Album und überrascht mit Gitarrenlicks, die der geübte Hörer dem Song „All right now“ der Band Free zuordnet. Was haben wir uns denn dabei gedacht, Herr Ebsen!?

Sei’s drum. Lieber gut kopiert, als schlecht erfunden. Und damit wären wir auch schon bei Sängerin Karen Sievers. Bei einigen ihrer Darbietungen („Was wir wollen“, „Die Profis“, „Wintermorgen“) läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Aber nicht vor Freude oder Überwältigung, sondern weil es Frau Sievers tatsächlich fertig bringt, in einigen Stücken so anturnend wie eine weiß geflieste Toilettenwand zu klingen. Warum nicht gleich einem Zahnarztbohrer lauschen? Doch damit sind die Schwachpunkte dieses Debüts auch schon abgehakt. Ab und zu lassen Laxrosa nämlich aufblitzen, warum die Band nicht mehr nur das Hobby von ein paar Berliner Studenten ist. Songs wie „Was zu tun ist“, „U-Bahn“, „Chaos“, „Geschichten“ und „Träume sind Schäume“ zeigen, dass das Quartett durchaus gute Songs schreiben kann. Nur leider stimmt das Verhältnis zwischen Gut und Böse nicht ganz. Aber das kann ja noch kommen.

Anspieltipps:

  • Chaos
  • U-Bahn
  • Geschichten
  • Was zu tun ist
  • Träume sind Schäume
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Colors
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