Michelle Hunziker - Lole - Cover
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Michelle Hunziker Lole


  • Label: White Rec./SonyBMG
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die schweizer Naturschönheit Michelle Hunziker (29) ist in Italien ein Superstar, der regelmäßig Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme lockt. Auch in Deutschland genießt die Ex-Frau von Schmusesänger Eros Ramazzotti („In Ogni Senso“) einen gewissen Prominentenstatus, der auf Moderationsjobs im Fernsehen („Deutschland sucht den Superstar“, „Goldene Kamera“), Auftritte als Laudatorin („Bambi“, „Echo“), ständige Geschichten in der Klatschpresse sowie Männerherzen höherschlagende Fotostrecken in einschlägigen Magazinen basiert. In Italien sang die alleinerziehende Mutter sogar schon in einem Musical („The Sound Of Music“), dem Ende des Jahres eine weitere Musical-Hauptrolle in „Cabaret“ folgt.

Für Plattenfirmen ist ein medial dauerpräsenter Mensch wie Michelle Hunziker natürlich ein gefundenes Fressen, für das – so die Theorie – nur wenig teure Promotion notwendig ist. Ohne großen Aufwand hat man die Bild-Zeitung an Bord, wenn es um die Bekanntmachung einer Single geht, die, wie im Fall von „From noon till midnight“, nicht nur mit einem schlüpfrigen Text, sondern auch noch mit einem „heißen Video“ Aufmerksamkeit erzeugt. Zugegeben, bis dahin funktioniert alles ganz prächtig! Danach wird es allerdings schwierig. Nämlich wenn es um die Auswahl der Songs – dazu wurde u.a. das Valicon-Produktionsteam (Jeanette Biedermann, Silbermond, Tobias Regner) und diverse renommierte Songschreiber (Sarah Connor, Jennifer Lopez, Ricky Martin) verpflichtet – und um die gesanglichen Künste der Protagonistin geht.

Das Paket aus Liedmaterial und Darbietung ging bei „From noon till midnight“ schon mal gnadenlos in die Hose. Der pseudoerotische Song ohne Melodie und Beats von der Sondermülldeponie, wird nur von Michelles störendem Akzent und der gefühllosen Interpretation getoppt – eine Kombination, die dem Hörer von „Lole“ noch einige Male zu schaffen machen wird. Denn auch „Fly“, „Although it’s over“ und „If I ever fall in love“ sind blutleere Pop-Hülsen auf unterem Niveau. Etwas besser sind dagegen das schlagerartige Duett mit Timothy James („Please come back“), das treibende „Get out“ sowie das beschwingte, halbakustische „No one else like you“. Zudem gibt es brauchbare Coverversionen von Fleetwood Mac („Little lies“ kommt im knuffigen 80er Jahre Disco-Sound daher), Wonderwall („Silent tears“ ist eine hübsche Interpretation der deutschen Mädchenband) sowie Jewel Kilcher und Lester Mendez („The gift“ ist eine tanzbare Midtempo-Nummer ohne Tiefgang).

Unterm Strich ist „Lole“ nicht so schlimm, wie nach der ersten Singleauskopplung zu befürchten war. Doch ohne das Gesicht und den Körpereinsatz Michelle Hunzikers, ließe sich so ein Album freilich nicht vermarkten, da große Teile des Songmaterials nicht über den Durchschnitt hinauskommen. Fazit: Ohne die Fotos im Booklet und die Multi-Media-Slideshow, würden die Kaufanreize gen Null tendieren. Oder ist das zu sexistisch gedacht...?

Anspieltipps:

  • Get out
  • Little lies
  • Someone else
  • Please come back
  • Although it's over (Original Mix)
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