Yusuf - An Other Cup - Cover
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Yusuf An Other Cup


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einem Philosophen kannst du ein Streitgespräch führen, bei einem guten Song ist das jedoch unmöglich.

Vor kurzem erschien ein neues Studioalbum von The Who – 23 Jahre nach ihrem letzten Werk. Jetzt liegt ein neues Studioalbum von Cat Stevens alias Steven Demetre Georgiou alias Yusuf Islam auf dem Tisch – 28 Jahre nach seinem letzten Werk. Wer in den 70er Jahren großgeworden ist, dürfte sein Glück in diesen Tagen kaum fassen können, wobei die Rückkehr des Londoner Singer/Songwriters einen Tick sensationeller ausfällt. Denn im Vergleich zu The Who, die immer auf irgendeine Weise präsent waren, zog sich Cat Stevens nach seinem letzten Album „Back To Earth“ (1978) fast komplett aus dem Musikbusiness zurück und änderte seinen Namen in Yusuf Islam. Er wurde Botschafter eines friedliebenden Islam und engagierte sich gemeinnützig. Seine Songs lebten dabei als ständige Begleiter im Radio und als Coverversionen weiter.

40 Jahre nach seiner aller ersten Veröffentlichung „I love my dog“ packte den Songschreiber nun wieder die Liebe zur Musik: „Als ich die Gitarre zum ersten Mal wieder in den Händen hielt, fühlte es sich an, als ob in mir überdimensionale Schleusentore aufgehen. Die Ideen und Melodien kamen, sie sprudelten buchstäblich aus mir heraus, ohne dass ich etwas dazutun musste. Das alles war wieder absolut neu für mich, und dieses Gefühl inspirierte mich unwahrscheinlich auf der Suche nach den vergessenen Akkorden und Harmonien. Am meisten Spaß hat mir dabei gemacht, dass ich plötzlich wieder ein Amateur war. Ein Amateur, der nichts zu verlieren hat.“

Dass Yusuf nach allem anderen klingt, aber nicht nach einem Amateur, dürfte klar sein. Vielmehr klingt sein Comeback „An Other Cup“ exakt so, wie man es sich erwarten durfte. Songs, die auf akustischer Basis, mal mit zarter Streicher- („Don’t let me be misunderstood“), Bläser- („Midday“) oder Pianobegleitung („Heaven/Where true love goes“) sowie leichten orientalischen Einflüssen („Whispers from a spiritual garden“, „The beloved“), jene Melodien transportieren, für die Yusuf Islam seit Dekaden beneidet wird.

Die von Rick Nowells (Dido, The Corrs, Rod Stewart, Madonna) produzierten Stücke fließen unbeschwert dahin, als wäre Yusuf Islam nie weggewesen. So verwundert es dann auch nicht, dass der Abschlusssong „Greenfieldws, golden sands“ in seinen Grundzügen bereits vor 38 Jahren entstand und jetzt ein sehr schönes Album ausläutet. Denn „Mit einem Philosophen kannst du ein Streitgespräch führen, bei einem guten Song ist das jedoch unmöglich. Und ich denke, ich habe ein paar gute Songs im Gepäck.“ Wo er recht hat, hat er recht.

Anspieltipps:

  • In the end
  • The beloved
  • I think I see the light
  • Maybe there’s a world
  • Don’t let me be misunderstood
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