Aaron Stout - Queens Live In Caskets - Cover
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Aaron Stout Queens Live In Caskets


  • Label: Monotreme Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Amerikaner Aaron Stout ist wieder einmal so ein Singer/Songwriter, der für sein vergleichsweise geringes Lebensalter schon erstaunlich abgeklärt klingt und wie ein vom Leben gezeichneter älterer Herr seine Geschichten von Tragik erzählt. Sein erstes Album heißt „Queens Live In Caskets“ und enthält größtenteils Songs, die Aaron im Alter von 23 geschrieben hat, weist allerdings eine Bodenständigkeit und musikalische Andersartigkeit auf, dass man eher an ein Spätwerk als an ein frisches Debütalbum denkt. Zwischen klassischem Singer/Songwriter-Pop, dem jede Menge Ecken und Kanten innewohnen, schleichen sich immer wieder elektronische Zwischenspiele und psychedelische Einsprengsel, deren Existenz dieses Debüt durchgehend spannend machen.

Im Opener „The Coronation“ erhebt sich ein schweres Gitarrenriff über den pochenden Schlagzeug-Beat und erzeugt somit eine gedrückte Stimmung, die sich aber wieder verflüchtigt, wenn Aaron Stout seine glockenhelle Stimme zum Ausdruck bringt. Sie nimmt jeden mit, der sich ihr zu sehr nähert und lässt es einem genussvoll kalt den Rücken herunterlaufen. Durch die erdige, mit gleichwohl filigranen wie herben Gitarren ausgestattete Instrumentierung lebt das gesamte Album von einer dichten Atmosphäre, die im ruhigeren, fragilen „Space Station“ mit seinem rauen Sound den Hörer umgarnt und trotz der leicht schrägen Harmonien für einen angenehmen Aufenthalt sorgt.

Ganz im klassischen, grüblerischen Singer/Songwriter-Brauchtum ist dann „Lightspeed“ beheimatet, das am Ende von seltsamen Samples eingeholt wird und neben Meeresrauschen nur einen undefinierbaren Soundpool an den Tag legt. Wer sich bis jetzt gefragt hat, wo die elektronischen Zwischenspiele bleiben, bekommt am Ende von „Lightspeed“ die Antwort. Auch das darauf folgende „Talk Out Of Turn“ wird mit elektronischen Versatzstücken, die dieses Mal aus rhythmischen Einheiten bestehen, sonderbar geschmückt.

Überhaupt sind es sonderbare Momente, die diesen Longplayer über den folkigen Einheitsbrei heben und das Ganze wirklich interessant und entdeckenswert machen. Mal tauchen kurze Song-Fragmente auf und verschwinden nach 10 Sekunden, mal huscht eine programmierte Synthie-Astraktion über die Lautsprecher und mal, bzw. eher recht oft, lässt Aaron Stout den Hörer mit wundervoll, leisemalerischen Singer/Songwriter-Wohltaten den Herbst genießen und kommt mit aufmunternden Schrägheiten daher, die sich schließlich mit den eingängigen Strukturen verbinden und zusammen ein gutes Debüt mit dem Namen „Queens Live In Caskets“ ergeben.

Anspieltipps:

  • The Coronation
  • Talk Out Of Turn
  • Fountain Of Youth
  • The Ballad Of Curtis Jones
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